19 December 2025, 15:25

Die Wahrheit

Der Umschlag des Buches "St. Nikolaus für November" zeigt Santa Claus und ein Kind.

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Allgegenwärtig in Bayern: Vor Weihnachten ist das Gedicht „Heilige Nacht“ des noch immer beliebten Antisemiten Ludwig Thoma in aller Munde.

Ein Streit über das umstrittene Erbe Ludwig Thomas ist in Bayern erneut entbrannt. Sein antisemitisches Gedicht „Heilige Nacht“ bleibt zu Weihnachten beliebt, doch Forderungen, Straßen mit seinem Namen umzubenennen, stoßen auf vehementen Widerstand. Münchens Oberbürgermeister hat bereits abgelehnt, Thomas Namen aus dem öffentlichen Raum zu entfernen.

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Ludwig Thomas Gedicht „Heilige Nacht“ von 1908 wird in der Adventszeit noch immer in ganz Bayern vorgetragen. Der Text schildert, wie Josef und Maria in Bethlehem ankommen und von überfüllten Herbergen abgewiesen werden, mit Versen wie „Im Wald is so staad / Alle Weg san vawaht / Alle Weg san vaschniebn / Is koa Steigl net bliebn.“ Trotz der religiösen Thematik steht das Werk wegen antisemitischer Untertöne in der Kritik.

Doch Thomas Hetze beschränkte sich nicht auf Lyrik. Seine Artikel im „Miesbacher Anzeiger“ galten als besonders hasserfüllt. Dennoch ziehen seine Werke weiterhin Publikum an. Der Schauspieler Enrico de Paruta führt jedes Jahr Thomas „Heilige Nacht“ auf – mit ausverkauften Häusern in München, Ingolstadt und Regensburg. Versuche, seinen Namen von Straßen und Schulen zu tilgen, scheiterten bisher regelmäßig. In Oberbayern tragen noch immer zahlreiche Wege seinen Namen, und Eltern haben oft keine andere Wahl, als ihre Kinder auf nach ihm benannte Schulen zu schicken. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter lehnte kürzlich eine Umbenennung einer örtlichen Straße ab – ein Zeichen für mangelnde Reformbereitschaft.

Thoma bleibt eine polarisierende Figur: Seine Werke werden weiterhin öffentlich gefeiert, Straßen und Einrichtungen tragen seinen Namen, obwohl seine antisemitische Vergangenheit dokumentiert ist. Vorerst blockiert der offizielle Widerstand jede Umbenennungsinitiative.