Deutschlands Apotheken vor dem Kollaps: Warum immer mehr schließen müssen
Serpil KranzDeutschlands Apotheken vor dem Kollaps: Warum immer mehr schließen müssen
Apotheken in Deutschland kämpfen um ihr Überleben – finanzielle Belastungen nehmen zu
Die Krise in den deutschen Apotheken spitzt sich zu und spiegelt die Probleme wider, mit denen auch die gesetzlichen Krankenkassen zu kämpfen haben. Die Zahl der Schließungen steigt dramatisch. Kritiker monieren, dass die geplanten Reformen das Kernproblem nicht lösen: eine faire Bezahlung der Apotheken angesichts wachsender wirtschaftlicher Belastungen.
Allein 2024 mussten 530 Apotheken wegen finanzieller Schwierigkeiten schließen. Bis Ende 2025 könnte diese Zahl auf über 600 steigen – in diesem Jahr wurden bereits 133 Schließungen verzeichnet. Bundweit gibt es nun noch etwa 17.000 Apotheken.
Die geplante Apothekenreform steht massiv in der Kritik, weil sie eine zugesagte Erhöhung der Vergütung nicht vorsieht. Berend Groeneveld, Vorsitzender des Landesapothekerverbandes Niedersachsen (LAV), bezeichnete die aktuellen Vorschläge als "inakzeptabel". Er verwies darauf, dass die Pläne der Regierung im Widerspruch zum Koalitionsvertrag stünden, der eine Anhebung der Apothekenhonorare vorsieht. Groeneveld warf den Verantwortlichen zudem vor, die finanzielle Schieflage der Krankenkassen als Vorwand zu nutzen, um die Apotheken im Stich zu lassen. Unterdessen kündigte Gesundheitsministerin Nina Warken Reformen an, um die steigenden Kosten in den Griff zu bekommen – darunter höhere Zuzahlungen für Medikamente. Den gesetzlichen Krankenkassen droht bis 2026 ein Fehlbetrag von 370 Milliarden Euro, was dringenden Handlungsbedarf auslöst. Eine Expertenkommission soll nun Lösungen für die Krise der Kassen erarbeiten. Doch Apotheker warnen: Ohne faire Vergütung seien weitere Schließungen unvermeidbar.
Die finanzielle Belastung der Apotheken zeigt keine Anzeichen einer Entspannung. Bleibt die Vergütung unverändert, dürften weitere Schließungen folgen – mit negativen Folgen für die lokale Gesundheitsversorgung. Die nächsten Schritte der Regierung werden entscheiden, ob der Sektor stabilisiert werden kann oder in einen noch tieferen Abwärtstrend gerät.
