Bundestag beschließt umstrittenes Infrastruktur-Beschleunigungsgesetz für 500-Milliarden-Fonds
Heinz-Peter SödingBundestag beschließt umstrittenes Infrastruktur-Beschleunigungsgesetz für 500-Milliarden-Fonds
Der Bundestag hat ein neues Beschleunigungsgesetz verabschiedet, um Großprojekte im Infrastruktursektor zu beschleunigen. Das Gesetz richtet sich an Autobahnen, Schienen- und Wasserwege, die über einen Sonderfonds in Höhe von 500 Milliarden Euro finanziert werden. Ziel ist es, Genehmigungsverfahren für dringend benötigte Vorhaben im ganzen Land zu straffen.
Das Gesetz stuft bestimmte Projekte als von „höchstem öffentlichen Interesse und öffentlicher Sicherheit“ ein. Dieser Status ermöglicht schnellere Genehmigungen, indem verfahrensrechtliche, planerische und umweltbezogene Vorschriften angepasst werden. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) argumentierte, damit ließen sich Verzögerungen bei essenziellen Infrastrukturarbeiten vermeiden.
Kritik kommt aus verschiedenen politischen Lagern. Der AfD-Abgeordnete Ulrich von Zons warnte vor möglichen Enteignungen und behauptete, das Gesetz schaffe keine faire Interessenabwägung. Die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, Swantje Henrike Michaelsen, kritisierte, es schwäche den Umweltschutz und begünstige den Ausbau von Autobahnen auf Kosten der Schieneninfrastruktur. Der Linken-Abgeordnete Jorrit Bosch verwies auf unterbesetzte Behörden als zentrales Hindernis in den Planungsprozessen.
Bevor das Gesetz in Kraft treten kann, bedarf es noch der endgültigen Zustimmung des Bundesrates. Es soll Projekte beschleunigen, die aus dem Sonderinfrastrukturfonds finanziert werden, und die Art und Weise verändern, wie große Verkehrsvorhaben genehmigt und priorisiert werden. Die abschließende Zustimmung des Bundesrates ist der letzte Schritt vor der Umsetzung.
