24 January 2026, 16:13

Braunschweigs neuer Platz ehrt Uwe Jordan – doch die Debatte geht weiter

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto eines Stadtplatzes mit einem Denkmal in der Mitte, umgeben von Gebäuden, Straßenlaternen, Gittern, Bäumen und einem klaren Himmel, mit Text am unteren Rand.

Braunschweigs neuer Platz ehrt Uwe Jordan – doch die Debatte geht weiter

Ein neu gestalteter Platz an der Hochstraße in Braunschweig trägt künftig den Namen von Uwe Jordan, einem langjährigen Kommunalpolitiker der Stadt. Die Entscheidung fiel nach einer knappen Abstimmung, bei der sich der Vorschlag der SPD nur knapp gegen einen Alternativvorschlag der Grünen durchsetzte. Die Debatte lenkte zudem den Blick auf das anhaltende Ungleichgewicht bei der Namensgebung von Straßen und Plätzen in Braunschweig, die überwiegend Männer ehren.

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Die SPD hatte sich für Uwe Jordan als Namenspatron des umgestalteten Platzes ausgesprochen. Jordan engagierte sich über 25 Jahre im Bezirksrat des Östlichen Ringgebiets, davon 18 Jahre als Bezirksbürgermeister. Ihr Antrag erhielt schließlich mit knapper Mehrheit Zustimmung – gegen den Konkurrenzvorschlag der Grünen.

Die Grünen hatten sich dafür eingesetzt, den Platz nach Agnes Pockels zu benennen, einer in Braunschweig geborenen Pionierin der Wissenschaft. Trotz der Hürden, denen sie als Frau in ihrem Fachgebiet begegnete, leistete Pockels bedeutende Beiträge zur Chemie und Physik. Doch der Rat lehnte diesen Vorschlag ab. Als Kompromiss regten die Grünen an, drei lokale Persönlichkeiten durch die Namensgebung benachbarter Orte zu würdigen: Uwe Jordan, Käthe Buchler und Agnes Pockels. Zwar gibt es in Braunschweig bereits eine Pockelsstraße, diese bezieht sich jedoch nicht auf Agnes Pockels. Die Stadtstatistiken zeigen ein deutliches Missverhältnis: 89 Prozent der nach Personen benannten Straßen und Plätze ehren Männer, nur 11 Prozent Frauen.

Der Platz an der Hochstraße wird nun offiziell den Namen Uwe Jordans tragen. Die Entscheidung würdigt zwar sein jahrzehntelanges öffentliches Engagement, rückt aber auch die allgemeine Diskussion über Repräsentation in Braunschweigs Straßenbild in den Fokus. Der Kompromissvorschlag der Grünen bleibt für künftige Namensgebungen in der Prüfung.