03 January 2026, 12:18

Branchenbündnis warnt: Stromnetz-Engpässe gefährden Deutschlands Energiewende und Industrie

Eine Szene mit Schuppen, Transformatoren, Strommasten mit Kabeln, Zäunen, einer Straßenlaterne, Bäumen und einem bewölkten Himmel.

Branchenbündnis warnt: Stromnetz-Engpässe gefährden Deutschlands Energiewende und Industrie

Ein Bündnis aus 13 Branchenverbänden fordert einen schnelleren Zugang zu Deutschlands Stromnetzen. Unter der Führung des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (BNE) warnt die Allianz, dass Verzögerungen den Ausbau erneuerbarer Projekte und das industrielle Wachstum blockieren. In ihrem dringenden Appell mit dem Titel 'Sicherer Netzzugang – Zukunft ermöglichen' werden strukturelle Engpässe bei der Energiewende aufgezeigt.

Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) betont, dass der Netzausbau vor – und nicht erst nach – der Umstellung auf grüne Energie erfolgen müsse. Ohne ihn drohen Branchen wie KI-gesteuerte Fabriken und Rechenzentren Unsicherheit. Bis 2030 könnten diese Sektoren allein 600 bis 700 Terawattstunden Strom pro Jahr benötigen.

Lange Wartezeiten auf Netzanschlüsse sind mittlerweile an der Tagesordnung. Der Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) zufolge warten Solaranlagen im Schnitt 278 Tage auf eine Genehmigung. Selbst grundlegende Modernisierungen hinken hinterher: Eine Ortsnetzstation in Leda, wo ein Herdhersteller ansässig ist, wird erst 2032 erneuert. Bis dahin kann das Unternehmen seinen sieben-Megawatt-Elektroofen nicht mit Ökostrom betreiben – obwohl der Netzbetreiber anderswo 40 Megawatt für Batteriespeicher reserviert hat. Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht sich mit ähnlichen Problemen konfrontiert: Supermärkte scheitern oft am Ausbau von Solaranlagen oder Ladesäulen für E-Autos, weil die Netzkapazitäten begrenzt sind. Historisch blieben 80 Prozent der Anschlussanfragen bei den Betreibern unbeantwortet. Einige Unternehmen werfen den Netzbetreibern sogar vorsätzliche Blockade vor.

BNE-Geschäftsführer Robert Busch drängt auf Lösungen. Er fordert eine schnellere Digitalisierung der Netze und zügige Umsetzung der Maßnahmen aus dem Dialog 'Netzanschlüsse beschleunigen'. Der Appell des Bündnisses macht deutlich: Ohne sofortige Reformen werden sowohl erneuerbare Projekte als auch energieintensive Industrien weiter auf der Stelle treten.

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Die Warnung der Verbände erhöht den Druck auf die Politik. Netzverzögerungen bremsen bereits den Ausbau von Solaranlagen, Fabrikerweiterungen und Handelsinfrastruktur aus. Ohne schnellere Anschlüsse drohen Deutschlands Energie- und Industrieziele für 2030 noch weiter in die Ferne zu rücken.