11 February 2026, 22:24

BP und Shell setzen auf Öl und Gas – doch Wasserstoff bleibt im Spiel

Eine Liniengrafik, die die erneuerbare Stromerzeugung nach Brennstoffart von 2000 bis 2040 zeigt, mit begleitendem beschreibendem Text.

BP und Shell setzen auf Öl und Gas – doch Wasserstoff bleibt im Spiel

Große Ölkonzerne kehren zurück zu fossilen Brennstoffen und fahren gleichzeitig ihre Projekte für erneuerbare Energien zurück. Sowohl BP als auch Shell haben Pläne bekannt gegeben, ihre Öl- und Gasförderung auszubauen – ohne jedoch saubere Alternativen wie Wasserstoff vollständig aufzugeben. Branchenexperten warnen, dass diese Strategie langfristige Risiken bergen könnte, da sich die Energiemärkte weiterentwickeln.

BP hat deutlich gemacht, dass der Schwerpunkt auf Öl und Gas liegt, und setzt Shareholder-Rückkäufe aus, um in diese Bereiche zu reinvestieren. Die Gewinnmargen des Konzerns sind im fossilen Sektor weiterhin deutlich höher als bei Solar- oder Windenergie. Dennoch treibt BP ein zentrales Projekt für grünen Wasserstoff voran: die Grüne-Wasserstoff-Anlage Lingen in Deutschland. Die 100-Megawatt-Elektrolyseanlage, deren Produktion 2027 starten soll, wird jährlich bis zu 11.000 Tonnen Wasserstoff erzeugen. Als Partner für die Umsetzung wurde Bilfinger ausgewählt.

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Shell hingegen konzentriert sich ebenfalls wieder stärker auf Öl und Gas, investiert aber weiterhin in Wasserstoff. Das Unternehmen vorantreibt das Refhyne-2-Projekt in der Nähe von Köln, das mit Ökostrom aus dem Offshore-Windpark Nordsee One betrieben wird. Die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant; Shell hat sich bereits ein Drittel der Windpark-Kapazität gesichert, um die Anlage zu versorgen.

Beide Konzerne bündeln ihre Wasserstoffaktivitäten in Deutschland – eine Reaktion auf die unterstützende politische Rahmenbedingungen und die starke Marktnachfrage. Analysten geben jedoch zu bedenken, dass die verstärkte Ausrichtung auf fossile Energieträger Ölmultis verwundbar machen könnte, falls sich der globale Energiewandel schneller in Richtung Erneuerbare vollzieht.

BP und Shell setzen weiterhin stark auf Öl und Gas, halten aber begrenzte Wasserstoffprojekte in Europa aufrecht. Ihr aktueller Kurs maximiert zwar die kurzfristigen Gewinne, wirft aber Fragen zur zukünftigen Anpassungsfähigkeit auf. Ob sich diese Strategie bewährt, hängt davon ab, wie sich die Energiemärkte in den kommenden Jahren entwickeln.