19 June 2026, 00:15

Bayreuther Festspiele entschuldigen sich bei Michel Friedman nach Antisemitismus-Vorwürfen

Wer schreit am lautesten 'Antisemitismus'?

Bayreuther Festspiele entschuldigen sich bei Michel Friedman nach Antisemitismus-Vorwürfen

Die Bayreuther Festspiele sind wegen ihres Umgangs mit einer geplanten Veranstaltung mit Michel Friedman in die Kritik geraten. Der jüdische Intellektuelle hatte dem Festival vorgeworfen, sich nicht ausreichend mit Richard Wagners Antisemitismus auseinanderzusetzen. Bayreuth hat sich inzwischen entschuldigt und bestätigt, dass die Veranstaltung wie geplant stattfinden wird.

Michel Friedman hatte öffentlich erklärt, das Festival habe sich nicht ernsthaft mit dem Antisemitismus Richard Wagners befasst. Die Festspielleitung verwies zur Rechtfertigung auf frühere Bemühungen, diese Thematik aufzuarbeiten. Dazu zählen etwa Katharina Wagners Inszenierung der Meistersinger sowie Diskussionsformate wie die Gesprächsreihe mit Stephen Fry während des Ring-Zyklus unter der Regie von Castorf.

Auch die historischen Verstrickungen der Festspiele mit dem Nationalsozialismus wurden thematisiert. Mit Gedenkveranstaltungen und Symposien setzte man sich kritisch mit diesem Erbe auseinander. Jüdische Dirigenten wie Daniel Barenboim und Kirill Petrenko prägten maßgeblich die musikalische Ausrichtung des Festivals.

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Katharina Wagner hatte Friedman die Einladung zunächst mit Verweis auf Sicherheitsbedenken entzogen. Christian Thielemann präzisierte später, dass Gespräche über eine mögliche Veranstaltung bereits mehr als ein Jahr zuvor geführt worden seien, es jedoch keine verbindliche Zusage gegeben habe. Damals entschied man sich schließlich gegen die Durchführung des Events.

Mittlerweile hat sich das Festival bei Michel Friedman entschuldigt. Die Veranstaltung wird nun wie ursprünglich vorgesehen stattfinden. Die getroffenen Maßnahmen und früheren Initiativen bleiben Teil der fortlaufenden Auseinandersetzung mit der komplexen Geschichte des Hauses.

Quelle