Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Verspätung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Serpil KranzBahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Verspätung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach einer deutlich längeren Sperrung als geplant wieder in Betrieb. Reisende hatten monatelang mit Einschränkungen zu kämpfen: Regionalzüge wurden durch Busse ersetzt, und Fernverkehrszüge mussten Umleitungen fahren. Die Wiedereröffnung erfolgte Mitte Juni – mit sechs Wochen Verspätung.
Die Strecke war seit Anfang August 2022 für eine umfassende Modernisierung gesperrt worden. Zu den Arbeiten gehörten Infrastrukturaufwertungen, doch ein harter Winter mit anhaltendem Frost verzögerte die Fortschritte. Dadurch verschob sich die Wiedereröffnung, und die ohnehin schon gestiegenen Kosten stiegen weiter an.
Mittlerweile belaufen sich die Gesamtkosten des Projekts auf rund 2,7 Milliarden Euro – 500 Millionen Euro mehr als ursprünglich veranschlagt. Zudem wurde ein zusätzlicher Puffer von etwa 300 Millionen Euro vollständig aufgebraucht. Trotz der Investitionen konnte das neue europäische Zugsicherungssystem (ETCS) nicht installiert werden, sodass in fünf bis zehn Jahren eine weitere längere Vollsperrung nötig sein wird.
Auch nach der Wiedereröffnung gab es weiterhin Probleme: Aufzüge fielen sofort aus, und die Züge fuhren nicht wie geplant. Während der Sperrung mussten Regionalreisende auf Ersatzbusse ausweichen, während der Fernverkehr über Stendal und Uelzen umgeleitet wurde – mit deutlich längeren Fahrzeiten.
Die Aufwertung der Strecke Hamburg–Berlin ist Teil eines größeren Plans, Dutzende Strecken bis Mitte der 2030er-Jahre zu sanieren. Zwar ist die Verbindung nun wieder befahrbar, doch weitere Arbeiten werden nötig sein, um die geplanten Verbesserungen abzuschließen. Die finanziellen und betrieblichen Herausforderungen haben die ursprünglichen Erwartungen bereits übertroffen.
