ASD Herbstkonferenz: "Schulen können Gewalttätigkeiten nicht alleine lösen"
Winfried JunkASD Herbstkonferenz: "Schulen können Gewalttätigkeiten nicht alleine lösen"
ASD-Herbstkonferenz: „Schulen können Gewaltphänomene nicht allein lösen“
OLDENBURG. Der Allgemeine Schulleiterverband Deutschland (ASD) hat in Oldenburg seine Herbsttagung abgehalten – mit einem klaren Schwerpunkt auf dem Thema Gewalt an Schulen.
Die Allgemeine Schulleitervereinigung Deutschland (ASD) hat auf ihrer jüngsten Herbstkonferenz in Oldenburg die wachsende Problematik von Gewalt an Schulen in den Mittelpunkt gerückt. Hochrangige Teilnehmer, darunter Niedersachsens Minister für Schule und Weiterbildung, diskutierten Lösungsansätze und neue Initiativen für sichere Lernumgebungen.
Stefan Engelmann, Niedersachsens Minister für Schule und Weiterbildung, eröffnete die Veranstaltung mit einer Bestandsaufnahme der Herausforderungen durch Schulgewalt. Gleichzeitig stellte er die Initiative „Freiräume-Prozess Niedersachsen“ vor, die Schulleitungen mehr Entscheidungsbefugnisse einräumen soll.
Stephan Ertner, Staatssekretär im Niedersächsischen Kultusministerium, erläuterte die Ziele der Initiative und betonte dabei die Schwerpunkte Digitalisierung und den Ausbau professioneller Netzwerke. Mehr Autonomie für Schulleitungen, so Ertner, ermögliche es Schulen, schneller und gezielter auf Probleme wie Aggression und Mobbing zu reagieren.
Prof. Dr. Andreas Beelmann, Experte für Radikalisierung und Prävention, hielt einen Hauptvortrag zu den psychosozialen Belastungen junger Menschen. Er thematisierte die Risiken von Radikalisierung, die Auswirkungen von Stress auf Schüler:innen und die Wirksamkeit strukturierter Präventionsprogramme.
Sven Winkler, Bundesvorsitzender der ASD, warnte davor, Schulen im Kampf gegen Gewalt alleinzulassen. Er forderte klarere Richtlinien, stärkere Kooperationen mit externen Partnern und ausreichend Zeit für die Umsetzung von Maßnahmen durch das Personal.
Am Ende der Konferenz herrschte Konsens: Eine engere Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Schulleitungen ist unverzichtbar. Themen wie Gewaltprävention, Digitalisierung und Führungsqualifizierung erfordern abgestimmte Maßnahmen, um nachhaltig wirksam zu sein.
Die Tagung machte sowohl das Ausmaß der Probleme als auch mögliche Lösungswege deutlich. Die Initiative „Freiräume-Prozess Niedersachsen“ und die Forderungen nach besseren Unterstützungsstrukturen deuten auf einen Wandel hin zu flexibleren und besser ausgestatteten Schulen hin. Ob die notwendigen Schritte folgen, hängt nun davon ab, wie gut Behörden und Bildungsverantwortliche in den kommenden Monaten zusammenarbeiten.
