11 March 2026, 22:26

Anke Engelkes Bahn-Serie scheitert nach heftiger Kritik an Kosten und Timing

Ein Schwarz-Weiß-Cartoon von einer Gruppe von Menschen, die vor einem Zug stehen und nach oben schauen, mit dem Text "humoristische Listen 18" auf einem Blatt Papier.

Anke Engelkes Bahn-Serie scheitert nach heftiger Kritik an Kosten und Timing

Die Komikerin Anke Engelke hat über sechs Monate eng mit der Deutschen Bahn zusammengearbeitet – sowohl hinter den Kulissen als auch vor der Kamera. Herausgekommen ist die Webserie Boah, Bahn!, die im Oktober 2025 an den Start ging. Doch das Projekt geriet heftig in die Kritik und wurde nach massiven öffentlichen Protesten gegen die Kosten und den Zeitpunkt schließlich gestoppt.

Engelkes Engagement bei der Bahn begann damit, dass sie selbst auf das Unternehmen zuging. Nach einem Besuch in den Büros und der Frage, ob "alles in Ordnung" sei, bot sie ihre Unterstützung an. Die Idee zur Webserie entstand während eines Praktikums, in dem sie Zugbegleiter:innen über die Schulter blickte und deren Alltag kennenlernte – von verbalen Angriffen bis zu unerwünschten körperlichen Übergriffen. Trotz dieser Belastungen beeindruckte sie die Empathie und das Engagement der Mitarbeiter:innen.

In der Serie Boah, Bahn! spielte Engelke die fiktive Zugchefstewardin Tina und verband Humor mit realen Szenen aus dem Bahnalltag. Zur Vorbereitung ließ sie sich im Umgang mit schwierigen Situationen an Bord schulen. Privat bleibt sie eine häufige Zugreisende und trägt dabei stets eine Maske – aus Sicherheitsgründen.

Bis Februar 2026 war die Kampagne jedoch Geschichte. Die Deutsche Bahn räumte ein, sie "passe nicht in die Zeit" – besonders nach dem Tod eines Schaffners in Rheinland-Pfalz. Kritiker wie der SPD-Politiker Fiedler nannten das Projekt einen Skandal und argumentierten, das Budget hätte stattdessen 100 Sicherheitskräfte finanzieren können. EVG-Gewerkschaftschef Burkert fragte, warum das Geld nicht in bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten floss. Engelke, die als Prominente oft freundliche Reaktionen von Fahrgästen erlebt, äußerte sich nicht zur Debatte.

Die Serie Boah, Bahn! wurde nach nur wenigen Monaten eingestellt. Die Deutsche Bahn reagierte damit auf breite Kritik an ihren Ausgabenprioritäten angesichts anhaltender Sicherheitsbedenken. Engelkes zunächst gut gemeintes Projekt endete abrupt, als der öffentliche und politische Druck zunahm.

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