Altersvorsorge für Bäuerinnen: Warum 56 Prozent um ihre Rente bangen
Heinz-Peter SödingAltersvorsorge für Bäuerinnen: Warum 56 Prozent um ihre Rente bangen
Altersvorsorge für Frauen in der Landwirtschaft: 'Früher ein unromantisches Thema'
Teaser: Nur 44 Prozent der Frauen, die in landwirtschaftliche Familien einheiraten, fühlen sich für den Ruhestand ausreichend abgesichert. Ein strukturelles Problem.
Veröffentlichungsdatum: 12. Dezember 2025, 08:00 Uhr MEZ
Schlagwörter: agrarheute, Finanzen, Vermögensverwaltung, private Altersvorsorge, Wirtschaft
Artikeltext: Frauen, die in bäuerliche Familien einheiraten, sehen sich oft finanzieller Unsicherheit und unklaren Arbeitsbedingungen gegenüber. Ein aktueller Bericht zeigt die Risiken auf: Viele verfügen weder über angemessene Verträge noch über eine gesicherte Altersrente. Fachleute raten nun zu klaren Vereinbarungen, noch bevor Paare eine Familie gründen.
Ida Seiferts Geschichte ist kein Einzelfall. Als sie in den landwirtschaftlichen Betrieb ihres Mannes einstieg, begann sie mit einem schlecht bezahlten Minijob – ohne Sozialleistungen. Trotz Warnungen ignorierte sie zunächst den Rat, einen offiziellen Arbeitsvertrag abzuschließen. Erst später erhielt sie eine reguläre Anstellung mit Sozialversicherungsschutz.
Die Studienlage offenbart ein flächendeckendes Problem: Rund 80 Prozent der betroffenen Frauen arbeiten ohne Eheverträge oder Absicherungen für den Fall einer Trennung oder des Todes. Die finanzielle Unsicherheit setzt sich bis ins Rentenalter fort – nur 44 Prozent sind zuversichtlich, dass ihre Ersparnisse für die Zukunft ausreichen.
Wiebke Wennemer, Beraterin bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, betont, wie wichtig es ist, früh klare Absprachen zu treffen. Sie empfiehlt formelle Verträge und eine fundierte Finanzplanung, noch bevor Paare eine Familie gründen.
Die Ergebnisse zeigen eklatante Lücken im rechtlichen und finanziellen Schutz von Frauen in landwirtschaftlichen Betrieben. Ohne verbindliche Regelungen riskieren viele langfristige Unsicherheit. Experten fordern nun mehr Bewusstsein und präventive Maßnahmen, um faire Arbeitsbedingungen durchzusetzen.
