Ace of Base: Vom Welterfolg zu zerrissenen Familienbanden und neuen Anfängen
Winfried JunkZwei ungleiche Schwestern. Und die Falsche will keine Popstar mehr sein - Ace of Base: Vom Welterfolg zu zerrissenen Familienbanden und neuen Anfängen
Ace of Base wurde 1993 quasi über Nacht zu weltweiten Superstars. Die schwedische Band, bestehend aus den Geschwistern Malin, Jonas und Jenny Berggren sowie ihrem Freund Ulf Ekberg, stürmte mit ihrem Debütalbum Happy Nation die Charts – eines der meistverkauften Erstlingswerke aller Zeiten. Doch hinter dem Erfolg verbargen sich Spannungen und persönliche Konflikte, die ihre Geschichte prägten.
Von Anfang an setzte die Plattenfirma auf das „ABBA-Feeling“ und rückte die blonde Frontfrau Malin Berggren in den Mittelpunkt. Jenny hingegen fühlte sich oft beiseitegeschoben und bezeichnete sich selbst als Außenseiterin in der Gruppe. Die Ungleichheit beschränkte sich nicht nur auf die Rollenverteilung – beide Schwestern verdienten weniger als ihr Bruder und Ekberg, was mit der Zeit zu wachsender Verbitterung führte.
Malin litt zunehmend unter dem Ruhm. Ihre Flugangst machte Tourneen zur Qual, und sie hatte nie die ihr aufgedrängte Führungsrolle gewollt. Als sie sich zurückzog, übernahm Jenny die Stimme der Band – ein Wechsel, der die Dynamik veränderte. Malin verschwand schließlich aus der Öffentlichkeit, während Jenny weiter auftrat. Heute tourt sie unter dem Namen Jenny from Ace of Base und verbindet die alten Hits der Band mit ihrer Solokarriere. Die komplexe Geschichte der Gruppe steht nun im Mittelpunkt der neuen Dokumentation Ace of Base: All That She Wants, die am 24. November auf Viaplay Deutschland Premiere feiert.
Der Film wirft einen Blick hinter die Kulissen des Aufstieg und der inneren Konflikte. Während Happy Nation ihren Platz in der Popgeschichte festigte, zeigen die Erlebnisse der Berggren-Schwestern die Belastungen hinter der Musik. Jennys anhaltende Auftritte halten die Lieder bis heute lebendig – Jahrzehnte nach dem ersten Erfolg.
