80 Tonnen tote Forellen: Katastrophe in Deutschlands größter Fischzucht
Winfried Junk80 Tonnen tote Forellen: Katastrophe in Deutschlands größter Fischzucht
Massives Fischsterben in Deutschlands größter Forellenzucht – 80 Tonnen tot
In Deutschlands größtem Fischzuchtbetrieb ist es zu einem schweren Zwischenfall gekommen: Rund 80 Tonnen Forellen sind verendet. Der Unfall ereignete sich in der Meinholz-Anlage des Unternehmens Heidefisch, wo ein Ventil versehentlich offen blieb. Nun prüfen die Behörden, ob menschliches Versagen, ein technischer Defekt oder sogar Sabotage die Katastrophe auslösten.
Der Schaden wird auf bis zu 480.000 Euro geschätzt – etwa 13 Prozent der jährlichen Produktion des Unternehmens sind betroffen.
Heidefisch, Deutschlands führender Betreiber für Fischzucht und -verarbeitung, verarbeitet jährlich rund 750 Tonnen Forellen und zählt zudem zu den fünf größten Kaviarproduzenten Europas. Im November 2023 wurde das Unternehmen für seine hochwertigen und nachhaltigen Fischprodukte mit dem Seafood Star Award ausgezeichnet.
Bei dem Vorfall starben mindestens 32.000 Forellen, jede mit einem Gewicht von etwa 2,5 Kilogramm. Sollte sich Sauerstoffmangel als Todesursache bestätigen, dürfen die Fische nicht mehr als Lebensmittel verwendet werden. Der Rückschlag trifft die Branche in einer Phase rasanten Wachstums: Wie der WWF berichtet, expandiert die Aquakultur seit 1970 jährlich um durchschnittlich neun Prozent – schneller als jeder andere Lebensmittelsektor weltweit.
Die gezüchtete Regenbogenforelle, die durch ihren höheren Fettgehalt im Vergleich zur Wildforelle als Delikatesse gilt, ist besonders gefragt. Noch unklar ist jedoch, welche langfristigen Folgen der Vorfall für die Marktposition von Heidefisch haben wird. Zwar stärkte der Seafood Star Award das Ansehen des Unternehmens, doch liegen bisher keine öffentlichen Daten vor, die messbare Auswirkungen auf den deutschen oder europäischen Fischmarkt zeigen.
Die Polizei untersucht drei mögliche Ursachen: menschliches Versagen, einen technischen Defekt oder vorsätzliche Sabotage. Das Ergebnis der Ermittlungen wird entscheiden, ob Heidefisch einen Teil der Verluste erstattet bekommt. Bis dahin steht das Unternehmen vor einer erheblichen finanziellen und betrieblichen Herausforderung – ein schwerer Verlust für die jährliche Forellenproduktion.
