01 April 2026, 00:36

Wolfsburg führt offiziellen Gedenk­tag für NS-Zwangsarbeiter ein und plant Gedenkstätte

Eine Gedenktafel an einer Wand mit Bildern von Personen und Text, die diejenigen ehrt, die im Zweiten Weltkrieg ihr Leben verloren haben.

Wolfsburg führt offiziellen Gedenk­tag für NS-Zwangsarbeiter ein und plant Gedenkstätte

Wolfsburg unternimmt neue Schritte, um an die Opfer von NS-Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkriegs zu erinnern. Der Stadtrat hat einstimmig den ersten offiziellen Gedenk­tag beschlossen, der künftig jährlich am 7. April stattfinden soll. Dieses Datum markiert den Jahrestag eines brutalen Todesmarsches vom Außenlager Laagberg in das Vernichtungslager Wöbbelin im Jahr 1945.

Zudem sind Pläne für den Bau einer Gedenkstätte in Laagberg in Arbeit; mit dem Baubeginn wird noch in diesem Jahr gerechnet. Diese Initiativen unterstreichen Wolfsburgs wachsendes Engagement für historische Aufarbeitung und demokratische Bildung.

Während des Zweiten Weltkriegs befand sich im heutigen Niedersachsen, in der Region um Wolfsburg, ein Netz von etwa 20 bis 30 Außenlagern, die mit großen Konzentrationslagern wie Neuengamme und Buchenwald verbunden waren. Eines der größten war das Außenlager Fallersleben, das 1944 unter der Verwaltung von Neuengamme eingerichtet wurde. Dort wurden bis zu 3.000 Häftlinge zur Rüstungsproduktion für Volkswagen gezwungen. Über 200 von ihnen starben an Erschöpfung, Hunger oder durch Gewalt.

Ein weiteres zentrales Außenlager war das Braunschweiger Lager, ebenfalls unter der Kontrolle von Neuengamme, das von 1944 bis 1945 bestand. Die Häftlinge wurden hier für die NS-Rüstungsindustrie, darunter Volkswagen und das KZ Mittelbau-Dora, zur Zwangsarbeit eingesetzt. Als die Alliierten im Frühjahr 1945 vorrückten, ließ die SS die Lager räumen – es folgten Todesmärsche. Ein solcher Marsch begann am 7. April 1945 in Laagberg, wo die Häftlinge in Richtung Wöbbelin getrieben wurden, ein Lager, das für seine grausamen Bedingungen berüchtigt war. Die Befreiung erfolgte noch im selben Monat durch alliierte Truppen.

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Jahrzehnte später beginnt Wolfsburg, diese Geschichte offiziell aufzuarbeiten. Bürgermeister Dennis Weilmann kündigte kürzlich die Gedenkstätte in Laagberg an, deren Bau 2024 starten soll. Das Projekt folgt dem Beschluss der Stadt, den 7. April als jährlichen Gedenk­tag einzuführen, um das Leiden der Opfer öffentlich zu würdigen.

Der neue Gedenk­tag und die geplante Gedenkstätte in Laagberg sollen dauerhafte Mahnmale für die Zwangsarbeit und die Todesopfer sein, die mit Wolfsburgs Kriegsvergangenheit verbunden sind. Zu den Maßnahmen der Stadt gehören auch Bildungsprogramme, die demokratische Werte fördern sollen. Der Baubeginn in Laagberg ist noch für dieses Jahr vorgesehen.

AKTUALISIERUNG

Wolfsburg Unveils April 7th Gedenktag with Mayor's Emphasis on Historical Remembrance

The city has officially announced the April 7 memorial day to honor Laagberg subcamp victims. Bürgermeister Dennis Weilmann stated: 'Erinnerung ist ein fester Teil unserer Stadtgeschichte.' The date marks the 1945 death march to Wöbbelin, where many perished. The new day aims to foster public remembrance and democratic education.