02 May 2026, 02:10

Wolfsangriff in Schwanewede: Schafherde trotz Hochsicherheitszaun gerissen

Offenes Buch mit einer Illustration eines Schafs, das in einem bewaldeten Gebiet grast, neben einem Text mit der Überschrift "Die Geschichte des Schafs".

Wolfsangriff in Schwanewede: Schafherde trotz Hochsicherheitszaun gerissen

Ein Wolfsrudel hat in Schwanewede fast eine gesamte Schafherde gerissen – der zweite derartige Angriff innerhalb von drei Wochen. Hobby-Schäfer Karsten Bode fand den Großteil seiner Tiere mit schweren Bisswunden, obwohl er erhebliche Summen in hochsichere Zäune investiert hatte.

Der Angriff ereignete sich auf einer Weide, die von einem 1,7 Meter hohen Stahlzaun umgeben war, der 60 Zentimeter tief im Boden verankert und mit Stacheldraht versehen war. Zudem war die Einzäunung mit 10.000 Volt unter Strom gesetzt – doch die Wölfe drangen trotzdem ein. Bode hatte rund 7.000 Euro in diese Schutzmaßnahmen gesteckt, doch die Raubtiere rissen den Schafen die Kehlen durch und hinterließen über 20 tote Tiere.

Der Tierarzt Dr. Hinrich Horstmann traf am Tatort ein und musste drei schwer verletzte Tiere sofort einschläfern. Weitere schwer verletzte Schafe werden voraussichtlich dasselbe Schicksal erleiden. Trotz der Brutalität des Angriffs gaben benachbarte Camper an, in der Nacht nichts Ungewöhnliches gehört zu haben.

Die Landwirtschaftskammer stellte später fest, dass Bodes Zaun nicht vollständig den Vorschriften entsprach. Daher wird es keine Entschädigung für die Verluste geben. Nach dem Vorfall beschlossen Bode und seine Frau, die Zucht ihrer seltenen und geschützten Schafsrasse aufzugeben. Die überlebenden Tiere wurden aus Sicherheitsgründen in einen Stall gebracht.

Der jüngste Vorfall wirft Fragen zur Zukunft der Schafzucht in der Region auf. Durch die wiederholten Angriffe wird die Haltung für viele Bauern wirtschaftlich unrentabel – einige könnten gezwungen sein, ihre Existenzgrundlage infrage zu stellen. Dass die Wölfe selbst hochgesicherte Zäune überwinden, lässt Landwirte wie Bode schutzlos und ohne Entschädigung zurück. Ohne tragfähige Lösungen steht das Überleben der Schafzucht in Schwanewede auf dem Spiel. Die örtlichen Behörden haben bisher keine neuen Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Angriffe angekündigt.

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