17 June 2026, 17:23

WM-Fieber kostet deutsche Unternehmen Milliarden – wie Arbeitgeber reagieren

Weltmeisterschaft kostet deutsche Unternehmen 1,1 Milliarden Euro - das ist, wie viel weniger die Deutschen arbeiten

WM-Fieber kostet deutsche Unternehmen Milliarden – wie Arbeitgeber reagieren

Die Fußball-Weltmeisterschaft lenkt einmal mehr die Aufmerksamkeit von den Arbeitsplätzen in ganz Deutschland ab. Mit rekordverdächtigen 104 Spielen, die sich über fast fünf Wochen erstrecken, hat das Turnier bereits jetzt Auswirkungen auf die Produktivität. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen einen Ausgleich zwischen Fußballbegeisterung und beruflichen Pflichten finden.

Nach deutschem Arbeitsrecht ist es Beschäftigten nicht automatisch gestattet, während der Arbeitszeit die WM zu verfolgen. Arbeitgeber müssen solche Aktivitäten zunächst genehmigen. Gerichte haben jedoch in Einzelfällen eine gewisse Flexibilität gezeigt – etwa wenn Mitarbeiter Spiele im Radio mitverfolgen oder auf dem Handy die Live-Ergebnisse prüfen. Diese Nachsicht gilt allerdings nur, sofern Kollegen nicht gestört werden und die Arbeitsleistung nicht beeinträchtigt wird.

Der Spielplan des Turniers, mit vielen Partien, die spätabends oder frühmorgens beginnen, führt bei vielen Beschäftigten zu Müdigkeit. Einige berichten sogar von Verspätungen oder Erschöpfung am Arbeitsplatz. Im Schnitt verbringen deutsche Arbeitnehmer etwa 26 Minuten pro Arbeitstag mit WM-Inhalten. Über die gesamte Dauer des Turniers summiert sich das auf rund zwölf Stunden verlorene Produktivität pro Mitarbeiter.

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Die wirtschaftlichen Folgen sind spürbar: Deutsche Unternehmen rechnen mit Einbußen von etwa 1,3 Milliarden Euro durch die sinkende Produktivität während der WM. Zudem gibt weltweit etwa jeder siebte Arbeitnehmer zu, heimlich Spiele während der Arbeitszeit zu schauen. Arbeitgeber behalten sich vor, gegen Mitarbeiter vorzugehen, die nach Spielnächten zu spät oder unter Alkoholeinfluss erscheinen – mit möglichen Konsequenzen wie Abmahnungen, unbezahltem Urlaub oder sogar Kündigung.

Die WM hinterlässt deutliche Spuren in deutschen Betrieben. Produktivitätsverluste und Erschöpfung sind messbare Folgen des anspruchsvollen Spielplans. Während Arbeitgeber das Recht haben, Störungen zu ahnden, müssen Arbeitnehmer ihre Begeisterung mit den beruflichen Verpflichtungen in Einklang bringen.

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