26 April 2026, 00:22

Wie Nius als rechtsextreme Plattform die Debattenkultur in Deutschland vergiftet

Schwarze und weiße Zeichnung einer Menge, die eine Straße zwischen Gebäuden entlanggeht, mit Text oben und unten, der "Die Unionistendemonstration, wie sie vom Western Mail Office aus gesehen wird" lautet.

Wie Nius als rechtsextreme Plattform die Debattenkultur in Deutschland vergiftet

Veranstaltung zu Nius: Rechtsextreme Propaganda-Plattform im Fokus

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Am Wochenende fand im Dragonerareal in Berlin-Kreuzberg eine Informationsveranstaltung über Nius, eine rechtsextreme Propaganda-Plattform, statt. Antifaschistische Aktivist:innen versammelten sich in der Nähe, um sicherzustellen, dass die Diskussion ohne Störungen durch Gegner:innen – darunter mögliche Provokateur:innen mit Verbindungen zu dem Medium selbst – stattfinden konnte.

Rund 250 Menschen füllten den Veranstaltungsort bis auf den letzten Platz, obwohl Befürchtungen bestanden, dass Mitarbeiter:innen oder Unterstützer:innen von Nius versuchen könnten, die Debatte zu unterbinden. Die Veranstaltung hatte zuvor für Aufmerksamkeit gesorgt, nachdem die Plattform sie aggressiv beworben und gleichzeitig die Initiative "Nein zu Nius" als "linksextrem" und "steuerfinanziert" abgetan hatte.

Redner:innen kritisierten Nius als "digitalen Pranger" und "Schmutzkübel", der gezielt Vorurteile verbreite. Sie verwiesen auf die Angriffe des Mediums gegen Geflüchtete, Klimaaktivist:innen, NGOs und die demokratische Zivilgesellschaft. Eine Analyse der Strategien unter Chefredakteur Julian Reichelt bezeichnete die Plattform als Brandbeschleuniger für rechtsextreme Diskurse, die bewusst die öffentliche Debatte nach rechts verschiebe.

Guido Arnold vom technikkritischen Kollektiv capulcu sprach über die Gefahren von KI-Sprachmodellen und die Rolle sozialer Medien bei der Aushöhlung gemeinsamer Wahrheiten. Die Teilnehmer:innen diskutierten zudem Gegenstrategien, mit Fokus auf Widerstand, Solidarität und Mobilisierung gegen rechtsextreme Medien sowie große Tech-Konzerne.

Nius selbst kämpft indes um Reichweite und schafft es nicht in die Top 100 der meistgenutzten Online-Medien Deutschlands. 2023 verbuchte die Plattform einen Verlust von 13 Millionen Euro. Hinter ihr steht der Multimillionär Frank Gotthardt, der enge Verbindungen zur CDU-Führung unterhält.

Die Veranstaltung endete ohne Zwischenfälle und bot den Anwesenden Raum, um den Einfluss von Nius zu analysieren und Widerstandsstrategien zu erörtern. Trotz finanzieller Probleme und geringer Reichweite spielt die Plattform eine überproportionale Rolle bei der Verbreitung rechtsextremer Narrative in der deutschen Medienlandschaft.

Quelle