14 March 2026, 22:11

Warken diskutiert mit Apothekerin über Gebühren, Öffnungszeiten und Versandhandel

Ein Plakat mit Text über Arzneimittelpreisdifferenzen im Jahr 2022, darunter ein paar Flaschen und eine Spritze.

Warken diskutiert mit Apothekerin über Gebühren, Öffnungszeiten und Versandhandel

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) besuchte vergangenen Freitag die Bahnhof-Apotheke in Münsingen, Baden-Württemberg. Bei dem Treffen mit der Inhaberin Dr. Melanie Gaub ging es um drängende Themen wie Apothekengebühren, Öffnungszeiten und die Rolle von Versandapotheken. Beide Seiten bezeichneten das Gespräch als konstruktiv, auch wenn weiterhin Herausforderungen bestehen.

Der Besuch erfolgte vor dem Hintergrund der anhaltenden Debatten über die Finanzierung von Apotheken. Anfang 2026 hatte Warken eine Erhöhung der Festzuschläge von 8,35 auf 9,50 Euro pro Packung angekündigt – ursprünglich für 2025 geplant, aber aufgrund der für die Krankenkassen prognostizierten Kosten von einer Milliarde Euro verschoben. Die Anhebung, die nun für das Frühjahr 2026 vorgesehen ist, stößt bei den Kassen auf Widerstand, während die Apotheken nach 13 Jahren eingefrorener Vergütungen eine Reform fordern.

Während des Gesprächs setzte sich Dr. Gaub für erweiterte Apothekendienstleistungen ein, etwa die Durchführung von Impfungen, um Ärzte zu entlasten. Warken zeigte sich offen für den Vorschlag, verwies jedoch auf regulatorische Hürden. Zudem diskutierten beide den Widerstand der Berufskammern gegen flexiblere Öffnungszeiten. Die Ministerin räumte ein, dass ihre Reformen von deren Mitwirkung abhängen.

Ein weiteres Thema waren Versandapotheken. Warken erkannte deren wachsende Bedeutung an, betonte aber die Notwendigkeit strengerer Kontrollen. Auf Nachfrage zu einer weiteren Stellungnahme nach dem Besuch lehnte sie eine Antwort ab. Gaub hingegen bezeichnete den Austausch als "sehr angenehm" und hob hervor, dass die Ministerin die Probleme der Branche verstehe.

Warken bekräftigte ihr Vorhaben, den Festzuschlag für Apotheken zu erhöhen und Bürokratie abzubauen. Dennoch bleiben regulatorische und finanzielle Hindernisse bestehen. Die Apotheken setzen sich weiterhin für Veränderungen ein und haben für den 23. März 2026 einen Protesttag angekündigt.

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