Volkswagen kämpft mit hohen Produktionskosten und drohenden Werksschließungen bis 2030
Winfried JunkVolkswagen kämpft mit hohen Produktionskosten und drohenden Werksschließungen bis 2030
Volkswagen steht unter Druck wegen hoher Produktionskosten in vier seiner deutschen Werke. Konzernchef Oliver Blume hat insbesondere das Werk in Emden im Blick.
Interne Prognosen zeigen, dass einige Volkswagen-Standorte möglicherweise nur noch bis in die frühen 2030er-Jahre wirtschaftlich betrieben werden können. Das Unternehmen plant nun, die europäische Produktion um bis zu 500.000 Fahrzeuge pro Jahr zu kürzen – das entspricht fast der Kapazität von zwei vollständigen Werken. Dennoch lehnt Blume vollständige Werksschließungen als „schlechteste und teuerste Option“ ab und setzt stattdessen auf Kooperationen mit Rüstungsunternehmen oder chinesischen Automobilherstellern.
Die Kosten pro Fahrzeug variieren innerhalb des Konzerns stark. Im Porsche-Werk Leipzig liegen sie bei über 6.500 Euro pro Auto, in Audis Neckarsulm bei knapp 6.200 Euro. Dennoch sind einige Volkswagen-eigene Standorte effizienter als diese Premium-Markenwerke. Bis 2025 sollen die Kosten in Zwickau auf unter 4.500 Euro pro Fahrzeug sinken, während Emden voraussichtlich rund 1.000 Euro höher bleiben wird.
Porsche hat sich bisher aus der Kostendebatte heraushalten können, nicht zuletzt wegen seiner Spezialmodelle wie dem 911. Audi und Porsche agieren zudem weiterhin unabhängig voneinander und teilen sich keine Produktionsstandorte in Deutschland. Maßnahmen wie die Kürzung von Arbeiterpausen, die an anderen Standorten umgesetzt wurden, gibt es bei den Premiummarken nicht.
Der Streit um Volkswagens Sparplan dreht sich weniger um die aktuellen Ausgaben als vielmehr um die Sicherung langfristiger Produktionsaufträge. Ohne diese könnten selbst kosteneffiziente Werke eine ungewisse Zukunft haben.
Volkswagens Strategie zielt darauf ab, Kapazitäten abzubauen, ohne Werke zu schließen. Partnerschaften und Effizienzsteigerungen werden Werksschließungen vorgezogen – doch der Erfolg dieser Pläne hängt von der künftigen Nachfrage ab. Das Unternehmen muss nun Kostendruck und die Notwendigkeit, seine Standorte langfristig wettbewerbsfähig zu halten, in Einklang bringen.






