12 June 2026, 12:08

Ukraine-Waffen verschwinden: Schwarzmarkt profitiert von Kriegsbeute in Europa

Von Notz fordert EU-weite Waffendatenbank

Ukraine-Waffen verschwinden: Schwarzmarkt profitiert von Kriegsbeute in Europa

Waffen und Munition von ukrainischen Schlachtfeldern tauchen auf dem Schwarzmarkt auf. Sicherheitsexperten warnen, dass ein Teil davon von Unterstützerstaaten an die Ukraine geliefert worden sein könnte. Das Problem wirft Fragen nach illegalem Waffenhandel innerhalb Europas auf.

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Bereits im Mai 2022 hatte Europol die EU-Mitgliedstaaten vor dem wachsenden Risiko des illegalen Waffenhandels in Verbindung mit dem Ukraine-Krieg gewarnt. Die Behörde schätzte, dass in Europa bereits rund 35 Millionen illegale Schusswaffen im Umlauf sind, doch im Schengener Informationssystem (SIS) sind lediglich 620.000 Fälle erfasst.

Konstantin von Notz, sicherheitspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, fordert ein EU-weites Waffenregister. Er kritisierte die Geberländer für ihre mangelnde Vorbereitung und verlangte ein zentrales System zur Erfassung aller sichergestellten Waffen. Der Terrorismusexperte Hans-Jakob Schindler unterstützte diese Forderungen und wies auf das Fehlen einer umfassenden Dokumentation der Seriennummern der an die Ukraine gelieferten Waffen hin.

Das Bundeskriminalamt (BKA) bestätigte, dass die Rückverfolgung von Waffen aufgrund fehlender Kennzeichnungen, unvollständiger Register oder fehlerhafter Erfassungsprozesse schwierig ist. In einem internen Papier des Auswärtigen Amts von Februar 2024 hieß es, eine systematische Datenabgleich innerhalb der EU sei „nicht möglich“. Von Notz drängt auf eine verbesserte Datenaustauschpraxis, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Das Verschwinden von Schusswaffen und Munition von ukrainischen Schlachtfeldern stellt eine ernste Bedrohung für die europäische Sicherheit dar. Ohne bessere Nachverfolgung und Registrierung könnte sich der illegale Waffenhandel weiter auf dem Kontinent ausbreiten.

Quelle