TUI setzt auf Billigmarken-Prozentrechner – doch die Aktie stürzt ab
Serpil KranzTUI setzt auf Billigmarken-Prozentrechner – doch die Aktie stürzt ab
TUI startet neuen Billigmarkenprozentrechner, um preisbewusste Reisende anzusprechen – und schützt gleichzeitig sein Premium-Segment
Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen gemischte Finanzzahlen vorlegte, darunter ein Nettoverlust von knapp 44 Millionen Euro im Winterquartal.
Die Aktie reagierte prompt auf die Meldung: Der Kurs fiel von 9,35 Euro auf 8,20 Euro, bevor er bis Freitagmorgen weiter auf 8,17 Euro nachgab.
Wie aus dem am 10. Februar veröffentlichten Quartalsbericht hervorgeht, verbuchte TUI einen Nettoverlust von 44 Millionen Euro – etwa die Hälfte des Fehlbetrags aus dem Vorjahreszeitraum. Trotz stagnierender Winterumsätze bestätigte das Unternehmen seine Jahresprognosen und erwartet für das Gesamtjahr ein bereinigtes Betriebsergebnis, das um 7 bis 10 Prozent steigt.
Analysten der Barclays beließen ihre Einstufung für TUI bei "Overweight" und setzten ein Kursziel von 12 Euro an – fast 45 Prozent über dem aktuellen Niveau. Sie verwiesen auf vier zentrale Punkte für Investoren: die Umstrukturierung des Kerngeschäfts, das Wachstum im Bereich Holiday Experiences (HEX), die Preispolitik und das Kapitalmanagement.
In den vergangenen fünf Jahren hat TUI sein Premium-Segment ausgebaut, insbesondere durch TUI Cruises sowie ein Hotelportfolio, das mittlerweile 463 Häuser weltweit umfasst – 70 weitere sind in Planung. 2024 hält das Unternehmen einen Marktanteil von 8,5 Prozent in Europa.
Die neue Billigmarke soll preissensible Kunden gewinnen, saisonale Schwankungen abfedern und zusätzliche Einnahmen generieren, ohne die Margen der Hauptmarke zu untergraben. Aktuell liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten bei 11,36 Euro; neun empfehlen den Kauf, fünf raten zum Halten der Aktie.
Mit einem Kurs von 8,17 Euro notiert TUI deutlich unter den Analystenerwartungen. Die Einführung der Budgetmarke und die Winterzahlen sorgten für geteilte Reaktionen, doch das Unternehmen bleibt zuversichtlich, seine Jahresziele zu erreichen.
Dank eines ungewöhnlich starken Starts in die Wintersaison setzt TUI weiterhin auf eine ausgewogene Wachstumsstrategie in beiden Segmenten – Premium und Budget.