15 April 2026, 12:15

Traditionsverlag Aschendorff verkauft Zeitungstitel an Rheinische Post Mediengruppe

Alte deutsche Zeitungsvorderseite vom 13. November 1939 mit der Schlagzeile 'Weitpreubliche Zeitung' und einem Gruppenfoto von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung.

Traditionsverlag Aschendorff verkauft Zeitungstitel an Rheinische Post Mediengruppe

Aschendorff: Traditionsverlag verkauft Zeitungstitel an Rheinische Post Mediengruppe

Der 300 Jahre alte Verlag Aschendorff hat seine Zeitungstitel an die Rheinische Post Mediengruppe veräußert. Die Entscheidung markiert einen tiefgreifenden Wandel in der deutschen Regionalmedienlandschaft. Zum Verkaufspaket gehören einflussreiche Blätter im Münsterland und in Ostwestfalen mit einer kombinierten Auflage von rund 152.300 Exemplaren.

Benedikt und Eduard Hüffer, die Mehrheitseigner von Aschendorff, führten die Transaktion an. Trotz höherer Gebote von Mitbewerbern wie Madsack, Funke, der NOZ/mh:n Mediengruppe und Mediahuis entschieden sie sich für die Rheinische Post Mediengruppe. Die Brüder setzten auf ein diskretes Verfahren ohne Bieterwettstreit und stellten die kulturelle Passung über finanzielle Vorteile.

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Die von Vorstandschef Johannes Werle geführte Rheinische Post Mediengruppe überzeugte durch ihre familiengeführte Struktur und eine konservativ-liberale Ausrichtung der Redaktion. Auch das Engagement des Käufers für gesellschaftliche Verantwortung spielte eine zentrale Rolle. Allerdings garantiert der Verkauf keine vollständige redaktionelle Unabhängigkeit für die Aschendorff-Titel.

Noch ausstehend ist die Genehmigung durch das Bundeskartellamt. Zwar wird mit einer reibungslosen Freigabe gerechnet, doch kann die Transaktion erst nach dem grünen Licht der Behörden abgeschlossen werden.

Der Deal spiegelt übergeordnete Trends in der Zeitungsbranche wider, wo sinkende Erlöse und Marktkonzentration die Eigentumsverhältnisse neu ordnen. Nach der Zustimmung werden die Aschendorff-Titel unter neue Führung gestellt. Die Entscheidung der Brüder Hüffer unterstreicht, dass sie langfristige Werte höher gewichten als kurzfristige finanzielle Erträge.

Quelle