Timothée Chalamets dünnes Oberlippenbärtchen löst einen neuen Hollywood-Trend aus
Winfried JunkTimothée Chalamets dünnes Oberlippenbärtchen löst einen neuen Hollywood-Trend aus
Timothée Chalamets schmales Oberlippenbärtchen in Marty Supreme sorgt für Gesprächsstoff – und das nicht nur wegen des Films. Der Bartwuchs des Schauspielers, den er für seine Rolle als Tischtennis-Champion Marty Mauser anlegte, blieb auch lange nach Drehende erhalten. Jetzt könnte er sogar einen neuen Frühlings-Trend unter Hollywoods Leading Men auslösen.
Das Bärtchen, bewusst dezent und leicht ungepflegt, bietet eine frische Interpretation eines klassischen Looks. Gleichzeitig spiegelt es einen größeren Wandel wider: Facial Hair wird nicht mehr nur als Symbol von Männlichkeit gesehen, sondern zunehmend als spielerisches, geschlechterfluides Statement.
Chalamets Oberlippenbart entstand ursprünglich für Marty Supreme, Josh Safdies Solo-Regiedebüt, das im New York der 1950er-Jahre spielt. Inspiriert vom realen Tischtennis-Legende Marty Reisman, vereint der Stil eine Mid-Century-Ästhetik mit modernem Twist. Anders als die akkurat gestutzten Bleistiftbärtchen des alten Hollywoods wirkt Chalamets Variante lässig, fast experimentell.
Damit reiht er sich in eine breitere Renaissance des dünnen Oberlippenbarts unter jungen Stars ein. Justin Bieber, Paul Mescal und Jacob Elordi trugen kürzlich ähnliche Varianten. Der Reiz liegt in der geringen Verpflichtung – ein subtiles Statement, das weder die Dominanz voller Bärte noch die Ironie vergangener Hipster-Trends bedient.
Die Entwicklung von Barttrends hat sich seit den 1980ern radikal verändert. Damals standen dicke Schnurrbärte für die maskuline Reagan-Ära, verkörpert durch Ikonen wie Tom Selleck und Hulk Hogan. In den 2000ern wurden Schnauzbärte durch Movember-Kampagnen und Figuren wie Ned Flanders aus Die Simpsons zur ironischen Pointe. Heute hat Gen Z sie weiter normalisiert – zwischen hypermaskulinen Retro-Looks und queeren, memetauglichen Stilen wie dem "Mustache Ride"-Trend. Chalamets Variante bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld: nostalgisch und doch zeitgemäß, ernsthaft, aber nicht übertrieben gepflegt.
Dass das Bärtchen sowohl auf Chalamets Gesicht als auch in der Popkultur bleibt, deutet darauf hin, dass es mehr als nur eine flüchtige Rollenanforderung ist. Sein entspannter, anpassungsfähiger Stil macht es auch für diejenigen attraktiv, die sich vor auffälligeren Frisur-Experimenten scheuen. Mit Hollywoods Einfluss könnte der schmale Oberlippenbart bald zum prägenden Look der Saison werden – und damit einen weiteren Wandel zeigen, wie Facial Hair sich verändernden Einstellungen zu Männlichkeit und Selbstausdruck widerspiegelt.