12 March 2026, 20:15

St.-Johannis-Kirche in Soltau meistert ersten Sanierungsschritt und plant historische Rettung

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung einer alten, baufälligen Kirche mit bröckelnden Wänden und zerbrochenen Fenstern vor einem weißen Hintergrund.

St.-Johannis-Kirche in Soltau meistert ersten Sanierungsschritt und plant historische Rettung

Die St.-Johannis-Kirche in Soltau erreicht Meilenstein bei laufender Restaurierung

Die St.-Johannis-Kirche in Soltau hat einen entscheidenden Schritt in ihrer anhaltenden Sanierung erreicht. Die erste Phase der Renovierungsarbeiten wurde Mitte 2023 abgeschlossen, sodass das Gebäude nun vollständig barrierefrei für Besucher zugänglich ist. Nun rückt die nächste Etappe in den Fokus, die sich den historischen Kunstwerken und der Bausubstanz der Kirche widmet.

Ziel des Projekts ist es auch, die kulturelle Bedeutung des Bauwerks zu bewahren. War die Kirche einst ein traditioneller Ort der Andacht, dient sie heute als lebendiges Kulturzentrum, das jährlich über 100 Veranstaltungen ausrichtet und Tausende zu Konzerten, Ausstellungen und Gemeinschaftsveranstaltungen anzieht.

Die Umwandlung der Kirche begann in den Jahren 1972–1973, als sie zu einer multifunktionalen Kulturkirche umgestaltet wurde. Seither hat sie sich zu einem regionalen Zentrum für Kunst, Bildung und gesellschaftliches Engagement in der Lüneburger Heide entwickelt. Jugendworkshops, interreligiöse Dialoge und Aufführungen haben ihre Rolle als sozialer Treffpunkt weiter gestärkt.

Die erste Phase konzentrierte sich auf praktische Modernisierungen. Gemeinschaftsräume und der Saal erhielten neue Zugänge, um allen Besuchern einen einfachen Eintritt zu ermöglichen. Nun bereiten die Verantwortlichen die zweite Phase vor, die im Frühjahr 2025 beginnen soll. Dabei geht es um die marode Infrastruktur des Gebäudes: veraltete Dämmung, ineffiziente Fensterverglasung und eine dringend modernisierungsbedürftige Elektroinstallation.

Zwei historische Wandgemälde bedürfen zudem dringend der Restaurierung. Rudolf Schäfers Werk von 1921 ist stark in Mitleidenschaft gezogen und muss vor jeder Reinigung stabilisiert werden. Carl Wiederholds Deckenmalerei von 1907 ist zwar in besserem Zustand, weist aber Risse, Abplatzungen und allgemeine Abnutzungsspuren auf, die behoben werden müssen. Nach der Restaurierung soll das Innere der Kirche einen warmen elfenbeinfarbenen Grundton erhalten, der die leuchtenden Farben der Gemälde und Fresken besonders zur Geltung bringt.

Die Finanzierung bleibt eine Herausforderung. Die zweite Phase schlägt mit über einer Million Euro zu Buche, wobei bereits 520.000 Euro vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags bewilligt wurden. Ein weiteres Problem stellt die Orgel aus dem Jahr 1968 dar, deren Restaurierung erst in Angriff genommen werden kann, wenn keine Baustaub- und Schmutzbelastung mehr besteht.

Die zwischen 1907 und 1908 erbaute St.-Johannis-Kirche hat im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Veränderungen durchlaufen. Ihre Größe und ihre vielschichtige Geschichte machen sie zu einem herausragenden Wahrzeichen der Region, das Tradition mit modernen Gemeinschaftsbedürfnissen verbindet.

Die anstehenden Sanierungsarbeiten werden die Zukunft der St.-Johannis-Kirche sowohl als Kulturstätte als auch als historisches Denkmal sichern. Die Instandsetzung der Wandgemälde, der Bausubstanz und der technischen Anlagen soll gewährleisten, dass das Gebäude funktional bleibt und optisch beeindruckt. Mit teilweise bereits gesicherten Fördermitteln rückt das Vorhaben näher an sein Ziel, einen Ort zu erhalten, der die Menschen der Region durch Kunst, Musik und gemeinsame Erlebnisse verbindet.

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