25 February 2026, 12:32

Sexistische Wellyou-Kampagne löst Shitstorm und Prüfung durch Werberat aus

Eine Frau mit einem Pferdeschwanz in einem weißen Bikini mit blauen und weißen Streifen schaut direkt in die Kamera, umgeben von Bildern von Menschen, modernen Gebäuden und fetter Schrift.

Sexistische Wellyou-Kampagne löst Shitstorm und Prüfung durch Werberat aus

Eine umstrittene Werbekampagne des Fitnessstudio-Betreibers Wellyou hat wegen sexualisierter Darstellungen breite Kritik ausgelöst. Auf Plakaten und in Videos sind trainierende, nackte Menschen mit durchtrainierten Körpern zu sehen, deren Genitalien nur knapp verdeckt sind. Die Beschwerden häufen sich – der Deutsche Werberat hat daraufhin eine Prüfung eingeleitet.

Die Kampagne, die in 40 Wellyou-Studios zwischen Husum und Hannover zu sehen ist, enthält Slogans und Bilder, die viele als objektivierend empfinden. Innerhalb einer Woche gingen beim Werberat Dutzende Beschwerden ein – deutlich mehr als üblich für eine einzelne Kampagne. Während das Unternehmen betont, die Werbung solle Stärke und Selbstbewusstsein fördern, werfen Kritiker:innen ihr vor, die Grenze zum Sexismus zu überschreiten.

Anders als in Bremen, wo Bürger:innen sexistische Werbung bei der Landeszentrale für Frauen und Gleichstellung melden können, gibt es in den Standorten von Wellyou kein formelles Beschwerdeverfahren. Das Bremer System funktioniert seit 2017 erfolgreich: Die Meldungen über sexistische Plakate sind seither zurückgegangen, und die Behörde kann sogar die Entfernung anstößiger Motive aus dem öffentlichen Raum anordnen.

Der Werberat selbst hat zwar keine direkte Verbotsmacht, setzt aber auf öffentliche Rügen, um Unternehmen zur Kooperation zu bewegen. Die meisten Werbetreibenden passen ihre Kampagnen nach einer Beanstandung an, und Wiederholungstäter bleiben selten. Im Fall Wellyou hat der Rat das Werbevideo bereits nach seinen Richtlinien als sexistisch eingestuft.

Die Kontroverse zeigt, wie stark das Bewusstsein für sexistische Werbung in Deutschland wächst. Wellyou steht nun unter Druck, die Kampagne zu überarbeiten oder zurückzuziehen. Gleichzeitig setzt die Entscheidung des Werberats ein Präzedenzfall dafür, wie ähnliche Fälle künftig behandelt werden könnten.