06 March 2026, 02:11

Sechs Jahre nach Hanau: Familien kämpfen weiter um Gerechtigkeit für Hamza Kurtović

Ein Plakat für eine Wohltätigkeitsbasar, der die Witwen und Waisen deutscher, australischer, ungarischer und alliierter Soldaten unterstützt, mit Text, der die Ereignisinformationen enthält.

Erinnerung an die Opfer von Hanau - Wulff ruft Diversität ins Gedächtnis - Sechs Jahre nach Hanau: Familien kämpfen weiter um Gerechtigkeit für Hamza Kurtović

Sechs Jahre nach dem tödlichen rassistischen Anschlag in Hanau versammelten sich Angehörige und Freunde, um an Hamza Kurtović, eines der neun Opfer, zu erinnern. Die Gedenkveranstaltung machte auch die anhaltende Frustration über die juristische Aufarbeitung des Falls deutlich – die Familie Kurtović fordert weiterhin Konsequenzen für die Versäumnisse bei den Ermittlungen.

Am 19. Februar 2020 hatte ein 43-jähriger Attentäter in Hanau neun Menschen getötet, bevor er seine Mutter ermordete und sich selbst das Leben nahm. Der aus rassistischem Hass motivierte Anschlag erschütterte Deutschland und legte Schwächen in Sicherheit und Notfallmanagement offen.

Seither werden Forderungen nach strukturellen Veränderungen lauter. Initiativen wie die Initiative 19. Februar und Veranstaltungen wie der Aktionstag Hanau setzen sich für bessere Aufklärung und die Prävention von Rechtsextremismus ein. Doch viele Hinterbliebene kritisieren, dass die Ermittlungen lückenhaft blieben – zentrale Fragen, etwa warum ein Notausgang an einem der Tatorte verschlossen war, sind bis heute unbeantwortet.

Bei der Gedenkfeier mahnte Altbundespräsident Christian Wulff, die Gesellschaft müsse Diskriminierung entschlossener entgegentreten. Er kritisierte die Tendenz, Rassismus zu ignorieren, und betonte die Notwendigkeit, Vielfalt zu verteidigen. Die Familie Kurtović, die Verfassungsbeschwerde wegen des Todes ihres Sohnes eingereicht hat, wirft den Behörden vor, entscheidende Details im Fall vernachlässigt zu haben.

Der Jahrestag unterstrich die anhaltenden Forderungen nach besserem Schutz in öffentlichen Räumen und einer gründlicheren Aufklärung der Versäumnisse im Zusammenhang mit dem Anschlag. Während Initiativen darauf abzielen, künftige Gewalt zu verhindern, kämpfen Familien wie die der Kurtovićs weiterhin um Gerechtigkeit für die ungelösten Mängel in der offiziellen Reaktion.

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