20 March 2026, 08:13

Schweitzer attackiert Bundesregierung wegen explodierender Spritpreise vor Landtagswahl

Grafik mit der Bezeichnung "Kraftstoffpreise in den Vereinigten Staaten", die zwei Linien zeigt, die die Kraftstoffpreise in den Bundesstaaten über die Zeit darstellen, wobei eine blaue Linie einen sinkenden Preis und eine grüne Linie einen steigenden Preis anzeigt.

Schweitzer: Maßnahmen zur Drosselung der Kraftstoffpreise reichen nicht aus - Schweitzer attackiert Bundesregierung wegen explodierender Spritpreise vor Landtagswahl

Rheinland-Pfalz' Ministerpräsident Alexander Schweitzer hat die Bemühungen der Bundesregierung zur Eindämmung der stark gestiegenen Spritpreise scharf kritisiert. Angesichts der anstehenden Landtagswahl am kommenden Sonntag warnt er, dass Verzögerungen und unzureichende Maßnahmen Pendler und kleine Unternehmen in Bedrängnis bringen. Seine Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Preise für Benzin und Diesel in den letzten Monaten fast Rekordhöhen erreicht haben.

Die Kraftstoffpreise in Deutschland stiegen zwischen September 2025 und März 2026 deutlich an. Der Preis für Super E10 kletterte von etwa 1,64–1,70 Euro pro Liter auf durchschnittlich 1,76 Euro, während Diesel von 1,54–1,60 Euro auf 1,72 Euro anstieg. Anfang März verlangten einige Tankstellen fast 1,90 Euro für Benzin und über 2,00 Euro für Diesel. Der Preisanstieg folgte auf den gestiegenen Brent-Ölpreis, der durch die Spannungen im Iran-Konflikt von 72 auf 80 US-Dollar pro Barrel getrieben wurde.

Schweitzer warf dem von der CDU geführten Bundeswirtschaftsministerium Untätigkeit vor. Er behauptete, die "Abwarten-und-Tee-trinken"-Haltung von Ministerin Katherina Reiche habe den Mineralölkonzernen Spielraum gegeben, die Preise über das Niveau der Nachbarländer in der EU hinaus in die Höhe zu treiben. Hohe Steuern, die etwa die Hälfte des Tankstellenpreises ausmachen, halten die deutschen Spritkosten auf einem der höchsten Niveaus in Europa.

Der SPD-Politiker griff zudem die Haltung der CDU zu den Beamtenregelungen an. Es sei heuchlerisch, dass die Partei ihren eigenen Mitarbeitern Sonderurlaub gewähre, während sie anderen für ähnliche Praktiken Vorwürfe mache. Reformen müssten, so Schweitzer, fair für alle Bundesländer und politischen Gruppen gelten.

Angesichts der Umfragen, die ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Landtagswahl am Sonntag vorhersagen, betonte Schweitzer die Dringlichkeit entschlossenerer Maßnahmen. Ein Wirtschaftsminister müsse sich auf die Seite der Autofahrer und kleinen Unternehmen stellen – nicht auf die der Ölkonzerne –, und warnte, dass bereits wertvolle Zeit verlorengegangen sei.

Die Spritpreiskrise ist zu einem zentralen Thema vor der Wahl in Rheinland-Pfalz geworden. Schweitzers Forderungen nach bundesweiter Gerechtigkeit und schnellerem Handeln setzen die Bundesregierung unter Druck. Ohne weitere Eingriffe werden Autofahrer und Unternehmen weiterhin mit einigen der höchsten Spritkosten Europas belastet bleiben.

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