12 April 2026, 08:12

Reform von "Demokratie leben!" spaltet Politik und Zivilgesellschaft

Ein deutsches Schulbuch von 1777 mit einer Illustration eines roten Hauses umgeben von Bäumen und einem Zaun.

Reform von "Demokratie leben!" spaltet Politik und Zivilgesellschaft

Pläne zur Umstrukturierung des Bundesprogramms *"Demokratie leben!" lösen bundesweit Besorgnis aus

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Die geplante grundlegende Reform des Bundesprogramms "Demokratie leben!" hat in Deutschland weitreichende Kritik ausgelöst. Das 2014 gestartete Programm mit einem jährlichen Budget von rund 190 Millionen Euro steht nun unter Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) vor einer tiefgreifenden Neugestaltung. Kritiker warnen, dass die geplanten Änderungen zentrale Strukturen der Demokratiebildung und der Extremismusprävention aushöhlen könnten.

Ministerin Prien rechtfertigt die Reformen mit Zweifeln an der Wirksamkeit des Programms. Sie argumentiert, dass nicht alle geförderten Projekte nachweisbare Erfolge vorweisen könnten. Künftig soll der Fokus stärker auf digitaler Demokratiebildung, Extremismusprävention sowie auf institutionellen Settings wie Schulen, Kitas und Vereinen liegen.

Für viele Trägerorganisationen bringt die Umstellung erhebliche Unsicherheit mit sich. Sie müssen sich unter geänderten Förderrichtlinien neu bewerben – ohne Klarheit über künftige finanzielle Unterstützung. Das Anne-Frank-Bildungszentrum, das Online-Antisemitismus beobachtet und Bildungsprogramme entwickelt, droht rund 425.000 Euro zu verlieren – fast seine gesamte Bundesförderung. Als Teil des "Bündnisses gegen Antisemitismus" strebt das Zentrum gesellschaftliche Breitenwirkung an, erhält jedoch kaum institutionelle Grundförderung.

Widerstand gegen die Pläne kommt aus verschiedenen Lagern. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert eine Rücknahme der Reform und warnt vor direkten negativen Folgen für Schulen und pädagogische Arbeit. Auch Abgeordnete von Grünen, Linken und SPD kritisieren die Vorhaben scharf. Gleichzeitig begrüßt die rechtspopulistische AfD den Kurs der Ministerin und positioniert sich als Befürworterin der Änderungen.

Die Neugestaltung von "Demokratie leben!" zwingt betroffene Initiativen, sich an die neuen Förderbedingungen anzupassen. Ohne gesicherte Mittel könnte der Fortbestand langjähriger Projekte gefährdet sein. Die Debatte dreht sich nun um die Frage, ob das reformierte Programm tatsächlich wirksamer wird – oder ob es kritische Lücken in der Demokratiebildung hinterlässt.

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