Rechtspopulistische Gewerkschaft Zentrum zieht in VW-Betriebsrat ein
Winfried JunkArbeitskreis betritt erstmals einen VW-Betriebsrat - Rechtspopulistische Gewerkschaft Zentrum zieht in VW-Betriebsrat ein
Zum ersten Mal hat eine kleine, der rechtspopulistischen Szene nahestehende Gewerkschaft Sitze im Betriebsrat von Volkswagen errungen. Die Organisation Zentrum sicherte sich bei den Wahlen im Werk Braunschweig zwei Mandate. Das Ergebnis markiert einen Wandel in der Interessenvertretung an einem der größten Industriestandorte Deutschlands.
Zentrum, eine 2009 gegründete "alternative Gewerkschaft", trat bei der Betriebsratswahl in Braunschweig mit einer eigenen Liste an. Beide Kandidaten der Gruppe wurden gewählt und erreichten gemeinsam 6,49 Prozent der Stimmen. Dies folgt auf frühere Erfolge, darunter neun Sitze (21 Prozent) im Mercedes-Benz-Werk Untertürkheim.
Bei der Abstimmung in Braunschweig dominierte die IG Metall mit 78,5 Prozent und 28 der 35 Sitze. Die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) erhielt 15 Prozent und fünf Mandate. Der Einzug von Zentrum festigt dessen wachsenden Einfluss in Süd- und Ostdeutschland, wo die Organisation nun in zwei großen Automobilwerken vertreten ist.
Die Gewerkschaft steht wegen mutmaßlicher Verbindungen zur rechtspopulistischen AfD in der Kritik. Ihr Erfolg bei Volkswagen signalisiert eine neue Herausforderung für die etablierten Arbeitnehmervertretungen im Konzern.
Zentrum hält nun zwei der 35 Sitze im Braunschweiger Betriebsrat. Das Ergebnis unterstreicht den zunehmenden Einfluss der Organisation in der deutschen Automobilbranche. Zwar behält die IG Metall eine klare Mehrheit, doch die Gewinne des Newcomers bringen eine neue Dynamik in die Arbeitsbeziehungen bei Volkswagen.