Ökonomin kritisiert Deutschlands pauschale Krisenhilfen als ineffizient und teuer
Heinz-Peter SödingÖkonomin kritisiert Deutschlands pauschale Krisenhilfen als ineffizient und teuer
Eine führende Ökonomin hat die jüngsten Krisenhilfemaßnahmen Deutschlands als zu pauschal und verschwendungsintensiv kritisiert. Ulrike Malmendier, Finanzprofessorin an der Universität von Kalifornien in Berkeley, sprach im Interview mit dem Spiegel über die Schwächen des Regierungsansatzes. Sie argumentierte, dass gezielte Unterstützung wirksamer wäre als flächendeckende Maßnahmen wie der Tankrabatt.
Malmendier, die früher als Wirtschaftsberaterin tätig war, betonte, das Bundesfinanzministerium hätte den Tankrabatt auf die Bedürftigsten beschränken können. Durch die Verknüpfung von Steuerdaten, Sozialleistungsunterlagen und Zahlungssystemen wäre dies ihrer Ansicht nach umsetzbar. Ohne eine solche Vernetzung, warnte sie, würden Milliarden ineffizient ausgegeben.
Statt die Hilfen breit zu streuen, schlug sie vor, sich auf die untersten 20 Prozent der Verdienenden zu konzentrieren. Dies würde nicht nur enorme Summen sparen, sondern könnte auch künftige Steuererhöhungen verhindern. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass zunächst Fehlanreize im Sozialsystem behoben werden müssten.
Über kurzfristige Lösungen hinaus forderte Malmendier tiefgreifende Reformen. Bürokratieabbau und eine Modernisierung der Arbeitsmarktregeln, so ihre These, könnten zu einer gerechteren Steuerlastverteilung beitragen. Zu ihren Vorschlägen gehören eine engere Datenzusammenarbeit zwischen Behörden sowie strengere Zugangsvoraussetzungen für Hilfsprogramme. Würden diese Änderungen umgesetzt, könnten sie die deutsche Krisenbewältigung grundlegend verändern. Die Debatte über gezielte versus universelle Unterstützung wird voraussichtlich weitergehen.






