07 May 2026, 10:11

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Wie digitale Ermittler das Netz durchleuchten

Ein Mann im Anzug lächelt in die Kamera mit einem Logo und Text auf der rechten Seite, der besagt: "Teil des starken Städtenetzwerks zu sein, bedeutet, Zugang zu Wissen und Werkzeugen zu haben, um gewalttätigen Extremismus herauszufordern" vor einem unscharfen Hintergrund.

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Wie digitale Ermittler das Netz durchleuchten

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen baut ihre digitalen Kompetenzen aus – mit einem neuen Schwerpunkt auf Open Source Intelligence (OSINT). Die Initiative schult Beamte darin, öffentlich zugängliche Onlinedaten zu sammeln und auszuwerten, von sozialen Medien bis hin zu offenen Datenbanken. Damit vollzieht sich ein Wandel in der Art und Weise, wie die Strafverfolgung Kriminalität aufspürt und Bedrohungen im digitalen Zeitalter überwacht.

Den Anstoß gab im September 2021 das Projekt „Digitale Streife“, das das Team des Landeskriminalamts (LKA) um zehn Beamte erweiterte und fast 100 weitere in sechs regionalen Einheiten einband. Was einst als Zweier-Team für OSINT begann, ist heute eine 16köpfige Abteilung, in der IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler zusammenarbeiten.

Fabian Coenen leitet die Abteilung 22.2 beim LKA in Düsseldorf, die sich auf politisch motivierte Kriminalität konzentriert. Sein Team unterstützt akute Einsätze, indem es Online-Bedrohungen recherchiert und schnell eskalierende Ereignisse verfolgt. Parallel entwickelte Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Ausbilder an der Landesakademie für Ausbildung (LAFP) in Neuss, ein zehnmoduliges Programm, um OSINT-Fähigkeiten in der gesamten Behörde zu standardisieren.

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Einer der ersten Teilnehmer war Jannik Doktorowski, ein 39-jähriger Kriminalhauptkommissar aus Bielefeld. Mit Hintergrund in der Staatssicherheit schloss er sich im Oktober 2021 der ersten „Digitalen Streife“-Gruppe an. Die Schulung stattet Beamte mit Werkzeugen für verdeckte Online-Ermittlungen, KI-gestützte Analysen und Echtzeit-Überwachung aus.

Die Erweiterung umfasst mehr Personal, digitale Streifenteams und modern ausgestattete Arbeitsplätze mit KI-Unterstützung. Die Beamten erhalten nun strukturierte Schulungen, um Online-Bedrohungen effektiver zu bekämpfen. Ziel des Programms ist es, die Strafverfolgung in einer Zeit fit zu machen, in der Straftaten zunehmend im Netz beginnen – oder sich dort entfalten.

Quelle