04 March 2026, 18:38

Niedersachsen will Familien-Influencer strenger kontrollieren – Debatte über Kinderschutz in sozialen Medien

Ein Plakat mit einem Zitat aus Building a Better America, das lautet: "Wir müssen die sozialen Medien-Plattformen für das nationale Experiment zur Rechenschaft ziehen, das sie an unseren Kindern durchführen - zum Profit.", dekoriert mit Sternen.

Landtag diskutiert Regeln für Familien-Influencer - Niedersachsen will Familien-Influencer strenger kontrollieren – Debatte über Kinderschutz in sozialen Medien

Niedersachsens Landtag debattiert am Mittwoch über Kinderschutz in sozialen Medien

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Familien-Influencer und ihre Inhalte junge Menschen beeinflussen. Die rot-grüne Koalition aus SPD und Grünen fordert strengere bundesweite Regeln, um die Privatsphäre und die Einnahmen von Kindern besser zu schützen.

Die Koalition will, dass Eltern, die Bilder ihrer Kinder online vermarkten, stärker kontrolliert werden. Ihr Vorschlag sieht vor, dass vor der Veröffentlichung von Inhalten eine behördliche Genehmigungspflicht eingeführt wird. Zudem sollen Einnahmen aus solchen Posts auf einem gesicherten Konto für das Kind hinterlegt werden.

Bisher gibt es in keinem deutschen Bundesland spezifische Gesetze für Familien-Influencer. Die bestehenden Regelungen decken vor allem den allgemeinen Kinderschutz ab, lassen aber Lücken, wenn es um die bezahlte Präsenz von Minderjährigen in sozialen Medien geht.

Neben dieser Debatte stehen weitere Bildungsthemen und Sozialfragen auf der Tagesordnung. Diskutiert werden sollen Leih-Tablets für Schulen, Kürzungen bei Sprachkursen für Zugewanderte sowie die Situation der Hebammenversorgung.

Die Koalition fordert zudem ein bundesweites Verbot von Inhalten, die die Sicherheit oder Privatsphäre von Kindern gefährden. Ihrer Meinung nach sollte die Tätigkeit von Influencern unter das Jugendarbeitsschutzgesetz fallen, um eine strengere Aufsicht über die Beteiligung von Minderjährigen zu gewährleisten.

Sollten die Reformen beschlossen werden, wären sie der erste landesweite Versuch, Familien-Influencer in Deutschland zu regulieren. Ziel der Vorschläge ist es, Kinder vor Ausbeutung zu schützen und sicherzustellen, dass ihre Einnahmen erhalten bleiben. Die Debatte wird zeigen, ob Niedersachsen eine bundesweite Initiative zu diesem Thema vorantreiben wird.