Niedersachsen startet Initiative gegen Wohnungsmangel in Einfamilienhausvierteln
Heinz-Peter SödingNiedersachsen startet Initiative gegen Wohnungsmangel in Einfamilienhausvierteln
Niedersachsen hat eine neue Initiative zur Umgestaltung untergenutzter Einfamilienhausviertel auf den Weg gebracht. Das Projekt Perspektive EFH erhält über drei Jahre eine Förderung von 160.000 Euro. Ziel ist es, dem Wohnungsmangel entgegenzuwirken und eine nachhaltige Stadtentwicklung in Gebieten zu fördern, die zwischen den 1950er- und 1980er-Jahren entstanden sind.
Verantwortet wird das Vorhaben vom FORUM Gemeinschaftliches Wohnen e.V., einer gemeinnützigen Organisation, die sich auf gemeinschaftliche Wohnlösungen spezialisiert hat. Zu ihren zentralen Aufgaben gehören die Erstellung von Leitfäden für Anwohner:innen, die Ausrichtung lokaler Veranstaltungen sowie der Aufbau eines landesweiten Netzwerks für Kommunen. Diese Maßnahmen sollen Städten und Gemeinden helfen, Wohnstrategien zu entwickeln, die den heutigen Anforderungen gerecht werden.
Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne betonte die Bedeutung des Projekts für eine nachhaltige Nachverdichtung in Städten. Viele Einfamilienhäuser in Niedersachsen stehen heute leer oder werden kaum genutzt – bedingt durch veränderte Familienstrukturen und steigende Wohnkosten. Die Initiative zielt darauf ab, diese Immobilien neu zu nutzen und gleichzeitig das soziale Miteinander in den Quartieren zu stärken.
Kernstück von Perspektive EFH ist eine Beratungs- und Koordinierungsstelle. Sie unterstützt Kommunen dabei, Richtlinien für gemeinschaftliches Wohnen, energetische Sanierungen und bürgerschaftliches Engagement zu erarbeiten. Im Fokus stehen dabei ältere Vorortgebiete, in denen sich durch Nachfrageveränderungen und demografischen Wandel Leerstände oder ineffiziente Nutzungen häufen.
Das auf drei Jahre angelegte Programm läuft bis 2027 und verfügt über ein klares Budget sowie definierte Ziele. Kommunen erhalten Zugang zu Fachwissen, um Einfamilienhausviertel an moderne Lebensbedürfnisse anzupassen. Langfristig erhofft sich das Land, durch dieses Modell die Wohnbezahlbarkeit zu verbessern und die Zersiedelung der Städte einzudämmen.






