02 April 2026, 14:12

Neues Gesetz entlastet Pflegeheime – doch Ärzte zahlen die Rechnung

Plakat zur Pflegeschwesterwoche 2020 mit zwei Fotos von Pflegeschwestern links und dem Text "Mitgefühl, Expertise, Vertrauen" rechts sowie einem Logo unten rechts.

Neues Gesetz entlastet Pflegeheime – doch Ärzte zahlen die Rechnung

Ein neuer Gesetzentwurf in Deutschland soll es Ärzten ermöglichen, Rezepte für Bewohner von Pflegeheimen direkt an Apotheken zu übermitteln. Die Änderung ist Teil des Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) der Bundesregierung und zielt darauf ab, den Verwaltungsaufwand für Pflegeeinrichtungen zu verringern. Allerdings bringt die Umstellung auch zusätzliche Kosten und Aufgaben für Arztpraxen mit sich.

Bisher müssen Pflegeheime Rezepte manuell sammeln und an ihre kooperierenden Apotheken weiterleiten. Das neue System vereinfacht diesen Prozess, indem es die direkte Übermittlung durch die Ärzte ermöglicht. Dadurch sollen Pflegeheime jährlich rund 5 Millionen Euro einsparen, da das Personal nicht mehr mit dem Papierkram beschäftigt ist.

Die Neuregelung bedeutet jedoch eine höhere Arbeitsbelastung für Ärzte, insbesondere bei der Verarbeitung von E-Rezepten über die sichere Telematikinfrastruktur (TI). Das Gesundheitsministerium schätzt, dass jede Übermittlung etwa eine halbe Minute dauert, was zu zusätzlichen Personalkosten in Höhe von 9,7 Millionen Euro führt. Nach Abzug der Einsparungen verbleibt eine Nettobelastung von 4,7 Millionen Euro.

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Technische Maßnahmen stellen sicher, dass Pflegeheime weiterhin über ausgestellte Rezepte informiert werden – es sei denn, der Bewohner widerspricht. Aktuell nutzen erst 22 Prozent der deutschen Apotheken das KIM-System für die direkte Rezeptabwicklung aus Pflegeheimen. Die neue Regelung dient als Übergangslösung, bis die Heime bis zum 1. Januar 2029 vollständig in den spezialisierten Service integriert sind.

Etwa 90 Prozent der rund 880.000 Pflegeheimbewohner in Deutschland sind bereits durch Versorgungsverträge zwischen ihren Einrichtungen und Apotheken abgedeckt.

Die Reform vereinfacht zwar die Rezeptabwicklung für Pflegeheime, belastet jedoch Ärzte mit zusätzlichen Kosten und Aufgaben. Die Übergangsphase dauert bis 2029, wenn die Heime voraussichtlich vollständig in das System eingebunden sein werden. Die finanziellen Auswirkungen umfassen 5 Millionen Euro Einsparungen für Pflegeeinrichtungen, denen jedoch 9,7 Millionen Euro an neuen Ausgaben für Arztpraxen gegenüberstehen.

Quelle