10 April 2026, 18:13

Neuer Mitspieler im Milliardengeschäft mit Medikamenten für seltene Erkrankungen

Plakat mit verschiedenen Medikamenten, darunter Flaschen und Schachteln mit Text am unteren Rand: "Piperazine Midy - Antigripine Midy Provence".

Neuer Mitspieler im Milliardengeschäft mit Medikamenten für seltene Erkrankungen

Ein dritter großer Akteur betritt den europäischen Versandapothekenmarkt für Seltene Erkrankungen

Die International Specialty Pharmacy Rare & Orphan Diseases (ISP), mit Sitz in den Niederlanden, hat sich als bedeutender Player im europäischen Versandhandel mit Arzneimitteln für seltene Krankheiten etabliert. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 245 Millionen Euro. ISP ist spezialisiert auf die sterile Herstellung von Medikamenten und versorgt Patienten mit komplexen Erkrankungen wie Morbus Gaucher, Morbus Fabry und Hämophilie.

Hinter ISP steht die Schweizer United Healthcare Partners (UHP), die auf Spezialapotheken und die Bereitstellung pharmazeutischer Therapien für die häusliche Versorgung spezialisiert ist. UHP betreut jährlich über 5.000 Patienten und liefert rund 100.000 Produkte – darunter Enzymersatztherapien, Schmerzmittel und Antibiotika. Insgesamt führt das Unternehmen jährlich etwa 42.000 Infusionen durch.

Um Patienten zu mehr Eigenständigkeit im Umgang mit ihrer Erkrankung zu befähigen, führt UHP jährlich 15.000 Schulungen durch. Dabei lernen Betroffene die Selbstverabreichung von Medikamenten, was die Abhängigkeit von Klinikbesuchen verringert. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Heimversorgungsrichtlinie (HKP), die kurze subkutane Infusionen als verordnungsfähige Behandlungen anerkennt und so die Abrechnung von Pflegeleistungen zu Hause ermöglicht.

Der Markt für Medikamente gegen seltene Erkrankungen ist zwar lukrativ, aber hart umkämpft. Allein Enzymersatztherapien können pro Patient und Jahr bis zu 1,5 Millionen Euro kosten – dennoch bleiben die Gewinnmargen überschaubar. Konkurrenten wie die Shop Apotheke dominieren mit einem Marktanteil von rund der Hälfte den 1-Milliarden-Euro-Markt für verschreibungspflichtige Versandapotheken, während DocMorris weitere 250 Millionen Euro Umsatz generiert. UHP hingegen veröffentlicht keine detaillierten Finanzdaten.

Durch seine Fokussierung auf seltene und Orphan Diseases hebt sich ISP von den größeren Mitbewerbern ab. Mit einer soliden Umsatzbasis und spezialisierten Dienstleistungen baut das Unternehmen seine Position weiter aus. Die Muttergesellschaft UHP setzt weiterhin auf Patientenschulungen und häusliche Versorgung, um den Zugang zu lebenswichtigen Therapien zu sichern.

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