Millionen an Wasserstoff-Fördergeldern verpufft – was lief schief in Deutschlands Strategie?
Heinz-Peter SödingMillionen an Wasserstoff-Fördergeldern verpufft – was lief schief in Deutschlands Strategie?
Die Kritik an Deutschlands Umgang mit der Förderung von Wasserstoff wächst, nachdem Millionen an Subventionen ungenutzt blieben. Abgeordnete der Grünen werfen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger vor, Steuergelder für Projekte verschwendet zu haben, die nie realisiert wurden. Eine aktuelle Überprüfung zeigte, dass erhebliche Mittel für die Wasserstoffinfrastruktur nicht abgerufen wurden – dies wirft Fragen zur Effektivität der Strategie auf.
Zwischen 2018 und 2025 hatte die Bundesregierung 61 Millionen Euro für den Bau von Wasserstofftankstellen zugesagt, doch nur 16,3 Millionen wurden tatsächlich ausgezahlt. Da Projekte nicht umgesetzt wurden, gaben Empfänger schließlich 9 Millionen Euro an nicht genutzten Fördergeldern zurück. Das Programm, das den Bau von 100 Stationen vorsah, brachte am Ende nur 20 fertige Tankstellen hervor, bevor es auslief.
Auch bei den allgemeinen Fördermitteln für Energieforschung blieb die Inanspruchnahme gering. Von den fast 142 Millionen Euro, die bereitstanden, wurde bis Ende 2025 nur etwas mehr als die Hälfte abgerufen. Ähnlich verhält es sich mit den bayerischen Landesmitteln für den Bau von Elektrolyseuren: Von den ursprünglich fast 120 Millionen Euro, die für 2024 und 2025 vorgesehen waren, flossen lediglich 4,1 Millionen.
Trotz der zögerlichen Umsetzung treibt die Bundesregierung weiterhin den Aufbau eines Wasserstoff-Kernnetzes voran, das vor allem industrielle Nutzer bedienen soll. Energieexperten warnen jedoch, dass Wasserstoff aufgrund hoher Produktionskosten voraussichtlich weder im Wärmesektor noch als Kraftstoff für Autos eine große Rolle spielen wird. Deutschland bliebe zudem bei der Versorgung stark von Importen abhängig – ähnlich wie derzeit bei Erdgas.
Die Grünen-Politiker Martin Stümpfig und Markus Büchler kritisieren die verschwendeten Mittel und bemängeln, dass die Regierung mit ihrer Strategie keine Ergebnisse geliefert habe.
Die ungenutzten Subventionen verdeutlichen die Herausforderungen beim Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur. Angesichts begrenzter Nachfrage und hoher Kosten bleibt die Zukunft von Wasserstoff als massentaugliche Energiequelle ungewiss. Zwar konzentriert sich die Regierung nun auf industrielle Anwendungen, doch die Effizienz der Ausgaben bleibt umstritten.






