31 May 2026, 08:09

Mieter verlieren immer mehr Wohnfläche – trotz gleicher Mietkosten

Mieten in Wiesbaden: Weniger Wohnraum für 1000 Euro

Mieter verlieren immer mehr Wohnfläche – trotz gleicher Mietkosten

Mieter in Deutschland bekommen für ihr Geld deutlich weniger Wohnfläche als noch vor wenigen Jahren. Eine neue Studie zeigt, dass in 60 von 80 Städten der bezahlbare Wohnraum seit 2020 um mindestens zehn Prozent geschrumpft ist. Experten warnen, dass sich die Lage ohne Gegenmaßnahmen weiter verschärfen könnte.

Besonders auffällig ist der Rückgang in vielen Großstädten. In Wiesbaden deckte eine Kaltmiete von 1.000 Euro im März 2022 noch 91 Quadratmeter ab – 2024 sind es für denselben Betrag nur noch 82 Quadratmeter, ein Verlust von neun Quadratmetern. Hamburg verzeichnet einen noch stärkeren Rückgang: Hier schrumpfte die Fläche für denselben Preis um zwölf Quadratmeter. Mainz verzeichnet einen ähnlichen Rückgang wie Wiesbaden, ebenfalls minus neun Quadratmeter.

In Berlin gehört der Wohnflächenverlust zu den dramatischsten – Mieter erhalten heute 16 Quadratmeter weniger als 2022. Auch Städte im Ruhrgebiet sind stark betroffen: In Gelsenkirchen bringt eine Miete von 1.000 Euro mittlerweile 29 Quadratmeter weniger als zuvor. Durch den hier spürbaren „Nachholeffekt“ führen selbst geringe Mietsteigerungen zu zweistelligen prozentualen Kostensprüngen.

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Immowelt-Chef Theo Mseka nannte die Entwicklung „alarmierend“ und wies darauf hin, dass Mieter für 1.000 Euro Miete innerhalb von nur vier Jahren den Gegenwert eines ganzen Zimmers verlieren. Steigende Baukosten, höhere Instandhaltungskosten, Zinserhöhungen und Ausstrahlungseffekte aus benachbarten Städten treiben die Mieten weiter in die Höhe.

Die Studie verdeutlicht einen sich verschärfenden Kreislauf aus schrumpfenden Wohnflächen und steigenden Mieten. Ohne gezielte Förderung im Wohnungsbau wird sich dieser Trend voraussichtlich fortsetzen. In vielen Städten erhalten Mieter heute für dasselbe Geld deutlich weniger Wohnraum als noch 2020.

Quelle