LVAD-Gerät fördert überraschende Regeneration bei schwerer Herzschwäche
Heinz-Peter SödingLVAD-Gerät fördert überraschende Regeneration bei schwerer Herzschwäche
Eine neue Studie zeigt, dass Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz möglicherweise einen Teil der natürlichen Fähigkeit ihres Herzens zurückgewinnen können, sich selbst zu reparieren. Ein Forscherteam unter der Leitung von Dr. Olaf Bergmann entdeckte, dass eine mechanische Vorrichtung namens Linksherz-Unterstützungssystem (LVAD, von engl. left ventricular assist device) die Erneuerung von Herzmuskelzellen fördern kann. Diese Erkenntnis weckt neue Hoffnung auf eine wirksamere Behandlung fortgeschrittener Herzerkrankungen.
Die Studie umfasste 52 Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz, von denen 28 vor einer Herzentnahme mit einem LVAD versorgt worden waren. Bei 15 dieser mit LVAD behandelten Patienten stellten die Wissenschaftler eine sechsfach erhöhte Erneuerungsrate der Herzmuskelzellen im Vergleich zu gesunden Personen fest. Normalerweise erneuert ein gesundes Herz seine Muskelzellen mit einer Rate von etwa 0,5 Prozent pro Jahr, doch bei schwerer Herzinsuffizienz sinkt diese Regeneration auf das 18- bis 50-Fache ab.
Um die Zellerneuerung zu messen, nutzte das Team eine innovative Methode, die auf dem Gehalt an radioaktivem Kohlenstoff (Kohlenstoff-14) in der DNA der Herzmuskelzellen basiert. Die Ergebnisse zeigten, dass die LVAD-Unterstützung nicht nur die Zellregeneration verbesserte, sondern auch zu einer besseren Herzfunktion und -struktur führte. Die Forscher vermuten, dass das Gerät wirkt, indem es die Belastung des geschwächten Herzens verringert und ihm so eine effektivere Erholung ermöglicht.
Die Befunde deuten darauf hin, dass selbst bei schwerer Herzinsuffizienz das Herz noch ein gewisses regeneratives Potenzial besitzt, das mit der richtigen Behandlung genutzt werden könnte. Durch den Einsatz von LVADs, um die Arbeitslast des Herzens zu verringern, könnten Ärzte die Erneuerung von Muskelzellen fördern und die Prognose der Patienten verbessern. Diese Forschung eröffnet neue Möglichkeiten für die Entwicklung von Therapien, die in Zukunft gezielt die Regeneration des Herzens anregen.