Lilli Tollkiens neuer Roman entblößt eine zerrissene Kindheit im Berlin der 1980er
Winfried JunkLilli Tollkiens neuer Roman entblößt eine zerrissene Kindheit im Berlin der 1980er
Ein neuer Roman von Lilli Tollkien erzählt die zermürbende Kindheit des fiktiven Mädchens Lale im Berlin der 1980er-Jahre. Unter dem Titel "Mit beiden Händen den Himmel stützen" begleitet das Buch ihr Leben – von der frühen Kindheit in einer chaotischen Männer-WG bis zu den Kämpfen der Adoleszenz. Am 11. März 2026 erschienen, thematisiert die Geschichte Vernachlässigung, Überlebenskampf und die Suche nach Halt in einer zerrütteten Welt.
Lales frühe Jahre sind von Instabilität geprägt. Als Tochter einer heroinabhängigen Mutter und eines Kleinkriminellen mit Verbindungen zur linksradikalen APO wird sie bereits mit achtzehn Monaten aus der Obhut der Mutter genommen – nach einem Vorfall, bei dem sie unbeaufsichtigt Rohypnol-Tabletten schluckt. Ihr Vater, der die späteren Misshandlungen nicht ahnt, bleibt der Kommune verbunden, in der sie aufwächst.
Doch die WG ist kein sicherer Ort. Alkoholexzesse, harte Drogen und endlose Partys bestimmen den Alltag. Als Kind wird Lale von einem Mitbewohner sexuell missbraucht. Dennoch übernimmt ein Freund ihres Vaters die Vormundschaft – aus Solidarität mit einem Mitaktivisten, nicht aus Rettungswillen.
Die Schule wird zu Lales einzigem Fluchtpunkt. Dort blüht sie auf, bis die Pubertät ihr Leben erneut aus den Fugen geraten lässt. Sucht und toxische Freundschaften verdrängen die kurze Phase der Stabilität, die sie kannte.
Der Roman lässt Lales späteres Schicksal offen und konzentriert sich stattdessen auf die Spuren, die ihre frühe Umgebung hinterlässt. "Mit beiden Händen den Himmel stützen" entwirft ein schonungsloses Porträt des Überlebens in einem versagenden System. Das Buch ist ab sofort erhältlich und gewährt Einblick in eine Kindheit zwischen Vernachlässigung und Widerstandskraft.






