Leipziger Hotelmitarbeiter wartet vergeblich auf Ofarims Entschädigung
Winfried JunkHotelangestellter Markus W. bekommt Spenden für seine Leiden - Leipziger Hotelmitarbeiter wartet vergeblich auf Ofarims Entschädigung
Markus W., der Leipziger Hotelmitarbeiter, der 2021 fälschlich vom Sänger Gil Ofarim des Antisemitismus beschuldigt wurde, wartet noch immer auf die zugesagte Entschädigung. Trotz eines gerichtlichen Vergleichs, der Ofarim zur Zahlung von 20.000 Euro verpflichtete, ist das Geld bisher nicht eingegangen. Unterdessen wächst die öffentliche Unterstützung für W.: Eine neue Crowdfunding-Kampagne sammelt zusätzlich Spenden für ihn.
Der Streit begann am 4. Oktober 2021, als Ofarim W. vorwarf, ihm im Leipziger Westin Hotel wegen seines Davidstern-Halsbandes die Bedienung verweigert zu haben. Spätere Ermittlungen widerlegten den Vorwurf, woraufhin Ofarim sich vor Gericht entschuldigte, das belastende Video löschte und sich 2023 auf einen Vergleich einigte. Dieser umfasste eine Zahlung von 20.000 Euro an W. sowie eine Strafe von 10.000 Euro wegen übler Nachrede.
Die öffentliche Meinung hat sich seitdem grundlegend gewandelt. Anfangs stand W. unter Generalverdacht, doch Zeugenaussagen, Videoaufnahmen und seine eigenen Interviews entlasteten ihn und machten ihn zur unschuldig geschädigten Partei. Ofarims jüngster Sieg bei Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! – mit insgesamt 400.000 Euro Preisgeld – steht im krassen Gegensatz zu seiner ausstehenden Schuld bei W. Sein Anwalt behauptet, die Zahlung erfolge, sobald Ofarim über "flüssige Mittel" verfüge.
Nun hat eine Social-Media-Influencerin eine Spendenaktion für W. gestartet und verspricht volle Transparenz bei der Übergabe der Gelder. W. plant, das Geld zwischen Familienzeit, einer Spende an HateAid (eine Organisation gegen digitale Hetze) und den Minilöwen, einer Leipziger Initiative für Frühchen und kranke Neugeborene, aufzuteilen.
Die gerichtlich zugesprochenen 20.000 Euro hat W. zwar noch nicht erhalten, doch Ofarims Anwaltskanzlei versichert, die Zahlung stehe kurz bevor. Die Crowdfunding-Aktion hat ihm bereits zusätzliche Unterstützung beschert, wobei W. Teile der Summe an ihm wichtige Zwecke weitergibt. Der Fall bleibt weiter in den Medien präsent – nicht zuletzt wegen des Kontrasts zwischen W.s offener Haltung und Ofarims zögerlichem Handeln.