Kostenexplosion im Teilladungsverkehr: Warum Speditionen jetzt die Preise erhöhen müssen
Winfried JunkKostenexplosion im Teilladungsverkehr: Warum Speditionen jetzt die Preise erhöhen müssen
Kosten im deutschen Teilladungsverkehr steigen weiter an
Im zweiten Halbjahr 2025 sind die Ausgaben im deutschen Stückgut- und Teilladungsverkehr (LTL) weiter gestiegen. Trotz stagnierender Sendungsmengen kletterten die Kosten in zentralen Bereichen – von Personalkosten bis hin zur Palettenabwicklung. Branchenexperten warnen, dass weitere Preisanpassungen an die Kunden weitergegeben werden müssten.
Die Betriebskosten im Sektor stiegen im Berichtszeitraum um 4,2 Prozent und machen nun 33 Prozent der Gesamtausgaben aus. Ein Haupttreiber war der Faktor Arbeit, der etwa 51 Prozent der sendungsbezogenen Prozesskosten ausmacht. Die Löhne erhöhten sich um 3,7 Prozent, unter anderem aufgrund der gesetzlichen Mindestlohnerhöhung zum 1. Januar 2025.
Noch stärker stiegen die Kosten für die Palettenabwicklung: Sie legten um 6,4 Prozent zu, vor allem wegen eines Preissprungs bei Paletten um 21 Prozent. Insgesamt erhöhten sich die sendungsbezogenen Prozesskosten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2024 um 3,4 Prozent.
Die Zahl der Umschlagterminals wuchs von 16 im ersten Halbjahr 2024 auf 18 bis zum zweiten Halbjahr 2025. Diese Expansion führte zu einem Rückgang der durchschnittlichen Sendungsmenge pro Depot um 3,3 Prozent. Gleichzeitig trieben Investitionen in neue Technologien – etwa Automatisierung und alternative Antriebe – die Betriebskosten zusätzlich in die Höhe.
Maut- und Spritkosten blieben hingegen relativ stabil und verhinderten so einen noch stärkeren Kostenanstieg. Dennoch betont der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV), dass interne Effizienzmaßnahmen allein nicht ausreichen dürften, um die steigenden Ausgaben auszugleichen.
Die Branche steht nun unter Anpassungsdruck. Netzbetreiber werden voraussichtlich einen Teil der gestiegenen Kosten an den Markt weitergeben müssen. Gleichzeitig sind Investitionen in Digitalisierung, klimaneutrale Lösungen und Resilienz notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben.






