Bundesrat stoppt Apothekenreform – Streit um Geld und Qualifikationen geht weiter
Serpil KranzBundesrat stoppt Apothekenreform – Streit um Geld und Qualifikationen geht weiter
Bundesrat blockiert Schlüsselreformen für Apotheken – Streit um Finanzierung und Qualifikationen eskaliert
Der Bundesrat hat zentrale Änderungen der Apothekenregulierung gestoppt und damit den seit Langem schwelenden Konflikt um Finanzierung und Qualifikationsanforderungen weiter verschärft. Die Länderkammer lehnte Pläne ab, die Techniker-Ersatzleistungen ermöglichen und die Anerkennung ausländischer Apotheker erleichtern sollten. Gleichzeitig nehmen die Forderungen nach höheren Vergütungen und strengeren Regeln für Filialapotheken an Fahrt auf.
Ausgelöst wurde der Streit im Januar 2024, als der Bundesrat Anpassungen der Apothekenabgabepreise forderte. Seither hat sich die Lage zugespitzt. Im Juni 2025 blockierten die Länder – mit Mehrheit im Bundesrat – erneut Reformen des Apothekenversorgungsgesetzes (ApoVersG). Sie bestanden auf eine Erhöhung der Festzuschläge pro Packung auf 5,5 %, während die Bundesregierung im Februar 2026 einen Kompromissvorschlag von 4,2 % vorlegte. Die Angelegenheit liegt nun in der Vermittlung.
Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach setzt sich vehement für höhere Gebühren ein. Sie drängt auf eine Anhebung der Festbeträge für verschreibungspflichtige Medikamente von 8,35 € auf 9,50 €. Zudem lehnte Gerlach die geplante Ersetzung von Apothekern durch Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) ab – eine Position, die der Bundesrat durch die Ablehnung des Techniker-Ersatzes unterstützte. Auch Vorhaben, die Anforderungen an Impfräume zu lockern und die Anerkennung ausländischer Abschlüsse zu vereinfachen, scheiterten an zu geringer Unterstützung.
Der Bundesrat bekräftigte seine Kernforderungen: die Erhöhung der Festzuschläge sowie die Streichung der gelockerten Regeln für die Eröffnung von Filialapotheken. Apothekerverbände üben indes scharfe Kritik an den Reformplänen und bemängeln, dass diese nicht ausreichten, um die Zukunft des Sektors zu sichern.
Die Pattsituation lässt die Finanzierung und Regulierung der Apotheken in der Schwebe. Ohne Einigung bleibt die geplante Erhöhung der Zuschläge auf 4,2 % weiter Verhandlungsgegenstand. Gerlach mahnt die Bundesregierung zu raschem Handeln an, doch weitere Verzögerungen zeichnen sich ab, da die Fronten verharren.






