04 May 2026, 08:13

Klimabündnis stoppt Gas-Kraftwerkspläne in Mainz mit massiven Einwänden

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude mit Fenstern und Namensschildern auf dem Boden, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, während sie an einer Klimawandel-Demonstration in Berlin teilnehmen, mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Klimabündnis stoppt Gas-Kraftwerkspläne in Mainz mit massiven Einwänden

Ein Bündnis aus Umwelt- und Klimagruppen hat sich gegen die Pläne für ein neues gasbetriebenes Kraftwerk in Mainz ausgesprochen. Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) wollen die Anlage auf der Ingelheimer Aue, einem Überschwemmungsgebiet, errichten. Kritiker argumentieren jedoch, dass das Vorhaben den Klimazielen der Stadt zuwiderläuft. Das Projekt sah sich bereits mit offiziellen Einsprüchen konfrontiert, und eine behördliche Anhörung wurde abgesagt, nachdem die vorgebrachten Bedenken von den Behörden als berechtigt eingestuft worden waren.

Das Bündnis, zu dem unter anderem Scientists for Future und der BUND Mainz gehören, hat zehn formelle Einwände gegen das 44-Millionen-Euro-Projekt eingereicht. Die Aktivisten befürchten, dass die Investition die veraltete Gastechnologie für Jahrzehnte zementiert und damit das Ziel von Mainz, bis 2035 klimaneutral zu werden, untergräbt. Maren Goschke vom BUND Mainz kritisierte die Pläne als „Rückschritt in der Energiepolitik“.

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KMW hat angedeutet, das Kraftwerk könnte langfristig auf Wasserstoff umgestellt werden, doch das Bündnis zeigt sich skeptisch. Prof. Thomas Hieke von Christians for Future hinterfragte die Machbarkeit eines solchen Vorhabens und verwies auf die begrenzte Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff sowie auf Zweifel an der wirtschaftlichen und ökologischen Sinnhaftigkeit einer Umrüstung. Prof. Friedhelm Schönfeld von Scientists for Future Mainz bezeichnete das gesamte Projekt als „verantwortungslos“ und verwies auf günstigere, erprobte Alternativen.

Eine für den 7. Mai geplante öffentliche Anhörung wurde abgesagt, nachdem die Regulierungsbehörde die Einwände als „hinreichend begründet und konkret“ bewertet hatte. Das Bündnis drängt nun auf Gespräche mit KMW und Verantwortlichen, um klimaneutrale Optionen zu prüfen. Als vielversprechende Alternative nennen die Aktivisten Batteriespeicherlösungen, die bereits etabliert seien, kostengünstig und in den letzten Jahren deutlich günstiger geworden seien.

Die Absage der Anhörung stellt einen Rückschlag für den Kraftwerksbau dar, doch die Debatte über die Zukunft des Projekts geht weiter. Das Bündnis pocht darauf, Alternativen zu erforschen, die mit den Klimazielen und der öffentlichen Unterstützung vereinbar sind. Vorerst liegt das Vorhaben auf Eis, während die Diskussionen über seine Machbarkeit und die Umweltauswirkungen anhalten.

Quelle