Kiel strebt zurück zu Olympia – mit Förde als Segel-Arena für 2036 oder später
Serpil KranzKiel strebt zurück zu Olympia – mit Förde als Segel-Arena für 2036 oder später
Kiel prüft eine Bewerbung für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 – mit der Kieler Förde als möglichem Austragungsort für die Segelwettbewerbe. Vor 54 Jahren war die Stadt zuletzt Gastgeber der Olympischen Spiele und hinterließ mit dem Schilksee-Olympiazentrum ein bleibendes Erbe. Nun stehen auf der anstehenden Hansa48-Konferenz Diskussionen über eine neue Bewerbung und deren Auswirkungen an.
Auch andere deutsche Städte bringen sich in die Pläne ein. Berlin schlägt Warnemünde als alternative Segellocation vor, während Hamburg überlegt, neben den Segelwettbewerben auch Rugby- und Handballturniere auszurichten. Selbst wenn Hamburg, München oder Nordrhein-Westfalen die Nominierung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) erhalten, könnte Kiel mit der Austragung von Regatten eine Rolle spielen.
Das Schilksee-Olympiazentrum wurde seit den Spielen 1972 kontinuierlich modernisiert. Zu den Renovierungen zählen moderne Segelanlagen, neue Trainingszentren und Aufwertungen für Großveranstaltungen wie die Kieler Woche. 2025 kündigten Stadt und Land ein 50-Millionen-Euro-Erweiterungsprojekt an, das bis 2026 abgeschlossen werden soll. Die Pläne umfassen nachhaltige Energiesysteme, modernisierte Unterkünfte für Athlet:innen und verbesserte Hafenanlagen – alles zugeschnitten auf eine mögliche Olympische Bewerbung.
Kiels mögliche Rückkehr auf die Olympische Bühne hängt von den übergeordneten deutschen Ambitionen ab. Hamburg, München und Nordrhein-Westfalen konkurrieren ebenfalls um die DOSB-Nominierung. Sollte eine dieser Regionen den Zuschlag erhalten, könnte Kiels Segel-Infrastruktur dennoch für Regatten genutzt werden. Hamburg hat zudem angedeutet, neben dem Segeln auch Rugby- und Handballwettbewerbe auszurichten, was den Umfang einer möglichen deutschen Bewerbung erweitern würde.
Berlins Vorschlag fügt der Debatte eine weitere Ebene hinzu. Indem die Hauptstadt Warnemünde als Alternative zu Kiel ins Spiel bringt, entsteht Konkurrenz um die Segelwettbewerbe. Die endgültige Entscheidung wird davon abhängen, welche Stadt – oder welche Kombination von Städten – dem DOSB und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) das überzeugendste Konzept vorlegen kann.
Das Ergebnis von Kiels Olympischen Bestrebungen wird die sportliche Zukunft der Stadt prägen. Bei einer Auswahl würden die Aufwertungen des Schilksee-Olympiazentrums es zu einem zentralen Austragungsort für den Segelsport machen. Selbst wenn Kiel die Bewerbung nicht anführt, könnten seine Anlagen dennoch Teil eines übergreifenden deutschen Olympischen Plans sein. Die nächsten Schritte werden auf der Hansa48 diskutiert, wo Verantwortliche die Machbarkeit und das Potenzial einer neuen Bewerbung erörtern werden.