Kemptens OB-Kandidaten werden in satirischem Bühnenstück gnadenlos durch den Kakao gezogen
Serpil KranzKemptens OB-Kandidaten werden in satirischem Bühnenstück gnadenlos durch den Kakao gezogen
Satirische Bühnenparodie nimmt Kemptens Politikerszene auf die Schippe
Ein aktueller satirischer Sketch hat die politische Szene Kemptens auf die Schippe genommen und die Kandidaten im Rennen um die Nachfolge des Oberbürgermeisteramts karikiert. Im Mittelpunkt der Aufführung stand die Freie Demokratische Partei (FDP), die die aktuellen Bewerber in überzeichneten und wenig schmeichelhaften Rollen darstellte. Dabei erhielt die Kandidatur der amtierenden Oberbürgermeisterin für eine dritte Amtszeit durch die Inszenierung der Partei subtile Unterstützung.
Die Parodie enthielt auch scharfe, aber humorvolle Kritik an lokalen Politikgrößen und hinterfragte mit beißendem Spott deren Eignung für das Amt.
Den Auftakt machte Katharina Schrader in der Rolle einer naiven "Frau Holle", die über der Stadt Herzen verteilte – eine scheinbar harmlose, doch abwertende Geste. Ein weiterer Kandidat, Franz-Josef Natterer-Babych, wurde als selbstverliebter Narzisst dargestellt, dem sein Image wichtiger ist als die Regierungsgeschäfte. Dominik Tartler hingegen galt im Sketch als "zu jung" und ohne die nötige Erfahrung für das Oberbürgermeisteramt.
Als rebellische Figur trat "DonQuiSchoche" auf, der die jahrzehntelange Vorherrschaft der CSU in der Kommunalpolitik mutig herausforderte. Der Höhepunkt der Darstellung folgte mit einer Warnung der "Hexe Mechthild", die vor den wahren Pflichten eines politischen Mandats mahnte. Doch am Ende blieb beim Publikum die Frage, ob weder "Rechenmeister" Eigstler noch "Hai" Wilhelm die aktuelle Amtsinhaberin, Indra Baier-Müller – in der Satire als "Hausdrache" betitelt –, ernsthaft ersetzen könnten.
Durchgehend blieb die Haltung der FDP erkennbar: Während die Konkurrenz lächerlich gemacht wurde, stärkte die Partei indirekt den Wahlkampf der Amtsinhaberin. Eine direkte Auseinandersetzung mit Baier-Müllers politischer Bilanz blieb der Sketch jedoch schuldig und konzentrierte sich stattdessen auf die Schwächen ihrer potenziellen Nachfolger.
Die satirische Darstellung hat dem Oberbürgermeister-Wahlkampf in Kempten eine zusätzliche Ebene öffentlicher Prüfung hinzugefügt. Indem die Kandidaten in übertriebenen Rollen gezeigt wurden, rückte der Sketch wahrgenommene Defizite in den Fokus und unterstrich gleichzeitig die FDP-Präferenz für Kontinuität. Welche Auswirkungen die Aufführung auf die Wählermeinung haben wird, bleibt jedoch abzuwarten.