06 March 2026, 10:18

Kathrin Otte formiert neues Netzwerk Was tun gegen die Krise der Linkspartei

Eine Karte Europas aus dem 19. Jahrhundert, die politische Grenzen zeigt.

Kathrin Otte formiert neues Netzwerk Was tun gegen die Krise der Linkspartei

In Niedersachsen formiert sich ein neues politisches Netzwerk, während die Unzufriedenheit innerhalb der Linkspartei wächst. Kathrin Otte, langjähriges Mitglied, ist zu einer zentralen Figur der Gruppe Was tun geworden, die öffentliche Frustration in organisiertes Handeln umwandeln will. Der Schritt folgt auf Jahre sinkender Unterstützung für die Partei in der Region.

Die Schwächephase der Linkspartei in Niedersachsen zeigte sich deutlich bei der Landtagswahl 2022, als sie nur noch 2,7 Prozent der Stimmen holte. Otte, inzwischen Sprecherin von Was tun, kritisiert die Ausrichtung der Partei auf ein "wohlhabendes links-grünes Milieu", das ihrer Meinung nach die traditionelle Arbeiterschaft entfremdet habe.

Das von Otte und anderen gegründete Netzwerk strebt den Aufbau einer handlungsfähigen, praxisorientierten Struktur im gesamten Bundesland an. Bereits gab es Gespräche über die Gründung einer neuen Partei, auch wenn es in anderen Bundesländern noch keine offiziellen Was-tun-Gruppierungen gibt. Zudem erwägt das Netzwerk, bei der Europawahl 2024 als unabhängige linke Alternative anzutreten.

Die Spannungen in der Linkspartei verschärften sich weiter, nachdem Amira Mohamed Ali, eine enge Verbündete von Sahra Wagenknecht, als Fraktionsvorsitzende zurückgetreten war. Wagenknecht selbst hatte wiederholt vor dem Niedergang der Partei gewarnt – sowohl in ihren regionalen Hochburgen als auch auf Bundesebene. Otte hingegen ging auf Spekulationen über Wagenknechts angeblich geplante neue Partei nicht ein und betonte, sie stehe mit ihr in keinem Kontakt.

Das Was-tun-Netzwerk befindet sich noch in der Gründungsphase; konkrete politische Forderungen fehlen bisher in den Gründungspapieren. Seine nächsten Schritte könnten die linke Landschaft in Niedersachsen prägen – insbesondere, falls es mit den Plänen für die Europawahl 2024 voranschreitet. Die Zukunft der Linkspartei in der Region wirkt indes zunehmend ungewiss.

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