Jugendherbergen in Niedersachsen und Bremen kämpfen mit sinkenden Besucherzahlen
Serpil KranzJugendherbergen: Weniger Schulklassen, mehr Familienurlaube - Jugendherbergen in Niedersachsen und Bremen kämpfen mit sinkenden Besucherzahlen
Jugendherbergen in Niedersachsen und Bremen verzeichneten 2025 weniger Gäste. Rund 380.000 Besucher übernachteten in den Einrichtungen der Region – ein Rückgang um 2,47 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotz dieses Rückgangs bleibt das Netzwerk von fast 50 Herbergen, betrieben vom Deutschen Jugendherbergswerk (DJH), aktiv und passt sich mit laufenden Modernisierungen und veränderten Gästetrends an.
Der Besucherrückgang steht im Zusammenhang mit mehreren Schließungen seit 2020. Acht Standorte wurden dauerhaft geschlossen: fünf in Niedersachsen (Hannover, Osnabrück, Göttingen, Lüneburg und Hildesheim), zwei in Bremen (Bremen-Mitte und Bremen-Vegesack) sowie eine weitere in Oldenburg im Jahr 2025. Zwei weitere Schließungen sind geplant – die Jugendherberge in Uelzen stellte Ende 2025 den Betrieb ein, Wingst wird zum Ende der Saison 2026 folgen.
Schulklassen, traditionell die größte Besuchergruppe, machten 2025 noch 42,8 Prozent der Übernachtungen aus. Doch die Buchungen von Schulen gingen im Vergleich zum Vorjahr um fast fünf Prozent zurück. Gleichzeitig verzeichneten Familienurlaube einen leichten Anstieg um 1,4 Prozent.
Trotz der Schließungen wurden einige Herbergen modernisiert. Kürzlich erfolgten Sanierungen in Bremen, Borkum, Damme, Esens-Bensersiel, Lingen und Worpswede. Insgesamt registrierten die Jugendherbergen der Region 2025 fast 1,1 Millionen Übernachtungen.
Das Netzwerk der Jugendherbergen in Niedersachsen und Bremen stellt sich auf die veränderte Nachfrage ein. Mit weniger Schulbuchungen und einem leichten Anstieg bei Familienreisen liegt der Fokus darauf, die Einrichtungen zu erhalten und sich den Gästetrends anzupassen. Die Schließungen und Modernisierungen spiegeln die anhaltenden Bemühungen wider, Kapazitäten und aktuelle Bedürfnisse in Einklang zu bringen.