06 May 2026, 14:28

Jens Spahn bleibt Fraktionschef – doch die CDU/CSU zeigt erste Risse

Wiederwahl von Jens Spahn

Jens Spahn bleibt Fraktionschef – doch die CDU/CSU zeigt erste Risse

Jens Spahn hat sich eine weitere Amtszeit als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gesichert, doch seine Unterstützung hat spürbar nachgelassen. Bei einer geheimen Abstimmung stimmten nur noch 80 Prozent der Abgeordneten für ihn – ein deutlicher Rückgang gegenüber seinem ersten Wahlergebnis von 91,3 Prozent. Das Votum offenbart wachsende Unzufriedenheit in den Reihen der Union.

Auf Spahn entfielen 167 von 196 Stimmen, 26 Parlamentarier stimmten gegen ihn, drei enthielten sich. Obwohl es keinen Gegenkandidaten gab, verweigerte damit fast jeder Fünfte seine Zustimmung. Ein klarer Rückgang im Vergleich zu seiner bisherigen starken Rückendeckung.

Die Kritik an Spahn hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Als Gesundheitsminister geriet er wegen überteuerter Maskenbeschaffungen in die Schusslinie, die den Steuerzahler fast sechs Milliarden Euro kosteten. Seine Führung war zudem von Fehltritten geprägt, darunter ein gescheiterter Kanzlerkandidatur-Versuch und die Rücknahme wichtiger Richterernennungen.

Das Ergebnis ist auch eine Warnung an Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz. Angesichts der Umfragewerte, in denen die Union mittlerweile hinter der rechtspopulistischen AfD liegt, wächst der Frust in der Partei. Dennoch bleibt Spahn trotz der Vorbehalte im Amt – ein Zeichen für die allgemeine Richtungslosigkeit der Union.

Seine Wiederwahl bestätigt zwar seine Position, doch das schwächere Abschneiden deutet auf interne Gräben hin. Die CDU/CSU steht nun vor der Aufgabe, den Umfrageabstieg und die inneren Spannungen zu bewältigen. Das Ergebnis unterstreicht die Herausforderungen, vor denen sowohl Spahn als auch die gesamte Partei stehen.

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