05 June 2026, 15:55

Hünfelds Ehrenamtliche feiern fünf Jahre Engagement und blicken auf politische Herausforderungen

Freiwilligendienst in Hünfeld - Parlamentsabend im Rathaus

Hünfelds Ehrenamtliche feiern fünf Jahre Engagement und blicken auf politische Herausforderungen

Hünfelds Kommunalpolitiker versammelten sich im Kolpinghaus, um das Ende der Wahlperiode 2021–2026 zu würdigen. Im Mittelpunkt des Abends standen ehrenamtliche Kräfte, die in den vergangenen fünf Jahren das lokale politische Geschehen und das Gemeinschaftsleben geprägt haben.

Bürgermeister Benjamin Tschesnok und Stadtratsvorsitzender Jürgen Bohl führten durch die Veranstaltung, die sowohl scheidende als auch neu gewählte Vertreter ehrte. In ihren Reden betonten sie die Herausforderungen, die bürgerschaftliches Engagement in einer sich wandelnden Gesellschaft mit sich bringt.

Der parlamentarische Abend begann mit einer Ehrung langjähriger Ehrenamtlicher. Karin Grosch, Udo Tischler, Reiner Wenzel, Uwe Walter und Michael Vogt erhielten für ihr jahrzehntelanges politisches Wirken die Ehrennadel der Stadt Hünfeld. Ihre Beiträge wurden als unverzichtbar für die demokratische Grundordnung der Stadt gewürdigt.

Auch neue Aufgaben wurden im Rahmen der Feier bekannt gegeben. Alexander Gradl, Pia Biedenbach und Annette Trapp übernahmen ehrenamtlich die Leitung von Ortsbezirken, während Ingrid Braun für ihre Erfahrung und ihr langjähriges Engagement zur Altbürgermeisterin der Stadt ernannt wurde.

In seiner Ansprache lobte Bürgermeister Tschesnok die Ehrenamtlichen für ihr unermüdliches Engagement zum Wohl der Gemeinschaft. Er räumte ein, dass ihre Arbeit oft anspruchsvoll sei, doch direkt der Gesellschaft zugutekomme. Seine Worte sollten zur weiteren Teilnahme an der kommunalen Selbstverwaltung motivieren.

Stadtratsvorsitzender Jürgen Bohl schlug einen kritischeren Ton an. Er beobachtete, dass sich viele Menschen heute stärker an individuellen Interessen als am Gemeinwohl orientierten. Entscheidungen, die persönliche Freiheiten einschränkten, würden schnell als „Gängelung“ oder böswillige Absicht missverstanden, so Bohl. Seine Ausführungen spiegelten einen grundlegenden Wandel wider – weg von aktiver Mitgestaltung, hin zu passiver Kritik.

Die Veranstaltung markierte zugleich einen Generationswechsel im Stadtrat. Scheidende Mitglieder wurden offiziell für ihren Einsatz gedankt, während die neu gewählten Vertreter in ihre Ämter eingeführt wurden. Der Abend endete mit einem gemeinsamen Appell für die Bedeutung der Basisdemokratie und der bürgerschaftlichen Verantwortung.

Die Feier in Hünfeld unterstrich den Wert lokalpolitischen Engagements, thematisierte aber auch die wachsenden Herausforderungen für den Gemeinschaftssinn. Auszeichnungen und Neuernennungen bildeten den Abschluss einer Wahlperiode – und den Auftakt für die nächste. Nun steht die Kommunalpolitik vor der Aufgabe, das Ehrenamt in einer Zeit umbruchartiger gesellschaftlicher Einstellungen lebendig zu halten.

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