21 February 2026, 16:18

Helmstedt kartiert seltene Arten und Grünlandflächen für den Naturschutz bis 2027

Grün umgibt das Gebiet mit Wiesen am unteren Bildrand.

Helmstedt kartiert seltene Arten und Grünlandflächen für den Naturschutz bis 2027

Im Landkreis Helmstedt findet 2026 und 2027 ein umfassendes Projekt zur detaillierten Kartierung von Grünlandflächen statt. Die Initiative ist Teil des übergeordneten Programms "Niedersächsischer Weg", einem Naturschutzvorhaben zum Erhalt von Lebensräumen, Arten und Gewässern. Beauftragte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) werden ausgewählte Flächen untersuchen, um deren ökologischen Wert zu bewerten und Schutzmaßnahmen priorisieren zu können.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Erstellung präziser Karten von Feucht- und Trockengrasländern im Helmstedter Raum. Diese sollen wichtige Schutzgebiete für seltene Arten identifizieren, darunter Orchideen sowie Wiesenbrüter wie Kiebitze und Wiesenpieper. Anders als bei großflächigen Erhebungen in Nord- oder Südniedersachsen liegt hier der Fokus auf der Analyse lokaler Mikrohabitate, die direkt in die kommunalen Naturschutzplanungen einfließen.

Die Feldarbeiten finden jährlich zwischen April und Oktober statt und werden von der Biotopschutz-Stelle des NLWKN geleitet. Die Teams erfassen Pflanzenarten, bewerten Biotope und legen Schutzprioritäten fest. Gemäß dem Niedersächsischen Naturschutzgesetz dürfen berechtigte Personen für die Kartierung auch Privatgrundstücke betreten – ausgenommen Wohngebäude, gewerbliche Flächen und deren unmittelbar umzäunte Bereiche.

Vorabinformationen zu den Erhebungen werden auf der Website des NLWKN veröffentlicht. Zudem fördert das Projekt eine nachhaltige Landnutzung, indem es Anreize für eine extensive Grünlandbewirtschaftung schafft. Die gesammelten Daten fließen in landesweite Monitoringprogramme ein und bauen auf Vorarbeiten auf, die bereits 2020 in Helmstedt begannen.

Die Initiative läuft über zwei Jahre, wobei die Ergebnisse als Grundlage für lokale Naturschutzstrategien dienen sollen. Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer können sich bei Fragen direkt an den NLWKN wenden. Weitere Informationen zum "Niedersächsischen Weg" und seinen Maßnahmen sind online abrufbar.